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Metropolen der Avantgarde- Métropoles des avant-gardes

Edited By Thomas Hunkeler and Edith Anna Kunz

Die Entstehung der Avantgarden zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist eng mit der Entwicklung der Metropolen Europas und Nordamerikas verknüpft. Paris, Berlin, München, Wien, Zürich, London, Moskau, St. Petersburg und New York – um nur diejenigen zu nennen, die man am ehesten mit avantgardistischen Bewegungen in Verbindung bringt – werden zu wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Zentren, in denen avantgardistische Gruppierungen sich formieren und agieren. Der zweisprachige Band macht sich zum Ziel, die avantgardistischen Metropolen in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen kulturellen Kontexten in den Blick zu nehmen. Dabei zeigt sich, dass in der Kulturgeschichte der Avantgarden nicht nur die reale Metropole eine eminente Rolle spielt, sondern auch, ja vor allem die mit Idealen und Ideologien aufgeladene imaginierte Metropole, die symbolisch sowohl für Aufbruch wie für Untergang einzustehen hat.
La genèse des avant-gardes du début du XX e siècle est liée de façon inextricable au développement des métropoles d’Europe et de l’Amérique du Nord. En effet, les grandes villes telles que Paris, Berlin, Munich, Vienne, Zurich, Londres, Moscou, Saint-Pétersbourg ou New York – pour ne mentionner que celles que l’on associe le plus fréquemment aux avant-gardes – sont autant de centres économiques, sociaux et culturels où les avant-gardes se forment et agissent. Ce volume bilingue se propose d’étudier les métropoles des avant-gardes dans les premières décennies du XX e siècle sous des angles divers et par rapport à des contextes culturels particuliers à chaque pays. On constate alors que ce n’est pas seulement la métropole réelle qui joue un rôle éminent dans l’histoire culturelle des avant-gardes, mais aussi et peut-être surtout la métropole imaginée, chargée d’idéaux et d’idéologies, qui représente symboliquement un nouveau départ vers le meilleur et le pire.

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ANDREAS SOLBACH (MAINZ): Sturm über Berlin: Die Wortkunsttheorie bei Arno Holz und den Mitgliedern des Sturm-Kreises 31

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Sturm über Berlin: Die Wortkunsttheorie bei Arno Holz und den Mitgliedern des Sturm-Kreises ANDREAS SOLBACH 1912 war ein bedeutendes Jahr für die Entwicklung der europäischen Avantgarde und ganz besonders für die avantgardistischen Künstler in Deutschland, denn in diesem Jahr fand die für alle Beteiligten epoche- machende Futuristen-Ausstellung in den Räumen des Berliner „Sturm“ statt, die weite Horizonte eröffnete. In engem Zusammenhang damit, aber durchaus nicht ursächlich, steht gegen Ende des folgenden Jahres die schriftliche Begegnung von August Stramm und dem Herausgeber und Organisator des Sturm, Herwarth Walden. Die gegenseitige Kennt- nisnahme stellt sich schnell als außerordentlich bedeutsam für beide heraus; Walden und seine engeren Mitarbeiter glauben in Stramm end- lich den Autor gefunden zu haben, der ihren Theoriekonzepten eine überzeugende Stimme verleihen kann, und August Stramm findet in dem allseits gebildeten und vor allem über den Stand der internationalen Avantgarde vorzüglich informierten Walden einen verständnisvollen Kritiker und Mentor, der ihm bis dato unbekannte Horizonte eröffnet. Bekanntlich explodiert Stramms Produktivität in der kurzen Zeit bis zu seinem frühen Tod 1915 als Resultat dieser engen Kooperation mit Wal- den, der seinerseits nicht müde wird, den Künstler als neuen Kultstar einer Wortkunst-Bewegung zu proklamieren. Die Überschwänglichkeit, mit der Stramm zum neuen literarischen Heilsbringer ausgerufen wird, kann im Feld der avantgardistischen Bewegungen nicht überraschen und wird von den meisten Betrachtern mit Achselzucken, Gleichgültigkeit und überwiegend mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Der Absolut- heitsanspruch, der sich...

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