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«Di Fernunft Siget.»

Der kurpfälzische Universalgelehrte Johann Jakob Hemmer (1733-1790) und sein Werk

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Edited By Gerhard Bauer, Kai Budde, Wilhelm Kreutz and Patrick Schäfer

Johann Jakob Hemmer, Hofkaplan des pfälzischen Kurfürsten Carl Theodor in Mannheim, hat theologische Schriften aus dem Französischen übersetzt, sprachwissenschaftliche Arbeiten verfasst, Franklins Blitzableiter weiterentwickelt, physikalische und medizinische Forschungen besonders zur Elektrizität und ihrer Wirkung betrieben, Klimatologie, Meteorologie und Astronomie gefördert und sich als Dichter betätigt. Zumindest seine naturwissenschaftliche Forschungstätigkeit war von den Prinzipien der Aufklärung bestimmt. Sein wissenschaftliches Werk ist bisher meist nur an naturwissenschaftlichen Einzelbeispielen untersucht worden. Die Beiträge des Bandes wollen alle Aspekte seiner Arbeit berücksichtigen, besonders aber seine sprachwissenschaftlichen Leistungen darstellen. Das Buch enthält die um zwei Aufsätze erweiterten Referate, die auf dem Symposium zum 80. Geburtstag des Germanisten Gerhard Bauer im Juni 2009 gehalten wurden, das die Academia Domitor und das Landesmuseum für Technik und Arbeit/Technoseum Mannheim veranstaltet hat.

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Sprachnormen – Geschichtsphilosophie – Mentalitäten. Die Hochdeutschdebatte in der Adelungzeit unter besonderer Berücksichtigung der Position Johann Jakob Hemmers Joachim Scharloth 77

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Sprachnormen – Geschichtsphilosophie – Mentalitäten Die Hochdeutschdebatte in der Adelungzeit unter besonderer Berücksichtigung der Position Johann Jakob Hemmers Joachim Scharloth 1. Der Anfang einer Fehde Der erste Band des „Versuchs eines vollständigen grammatisch-kritischen Wörterbuches der Hochdeutschen Mundart“ (1774) enthält im Kern die gesamte Fehde, die die aufklärerische Sprachkunde bis in die 1780er Jahre hinein beschäftigen sollte. Durch Zufall oder verlegerisches Kalkül kam es dazu, dass einer der erbittertsten Gegner der obersächsischen Sprachkundler in einem ihrer bedeutendsten Werke seine Stimme erheben durfte. Die Göttinger „Königliche Gesellschaft der Wissenschaften“ hatte 1769 die Auf- gabe gestellt, den Ursprung, die Ausbreitung und jetzigen Grenzen der beyden noch herr- schenden Hauptdialecte der deutschen Sprache, ihren wesentlichen Charakter und ihr Verhältniß zu den nordischen Sprachen und der alten gothischen zu bestimmen. (Adelung 1774, S. VI) Dem schwäbischen Sprachkundler Friedrich Karl Fulda, Pastor in Mühl- hausen, wurde 1771 der Preis für seine Abhandlung „Über die beiden Haupt- dialecte der Teutschen Sprache“ zuerkannt, die dann 1773 publiziert wurde. Nicht etwa dem Willen Adelungs ist es zu verdanken, sondern einer Ent- scheidung seines Verlegers Breitkopf, dass Fuldas Preisschrift dem ersten Band des Wörterbuchs vorangestellt wurde. Eine nicht sehr vorteilhafte Ent- scheidung für Fulda, denn Breitkopf weigerte sich offenbar, Fuldas Preis- schrift noch gesondert, also außerhalb von Adelungs Wörterbuch zu publi- zieren. Adelung selbst räumte in seiner Vorrede ein, die Preisschrift vor der Drucklegung seines Wörterbuchs nicht einmal gekannt zu haben,...

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