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Das Porträt eines Reformators

Der Leipziger Theologe Christoph Ering und das vermeintliche Bugenhagenbild Lucas Cranachs d. Ä. aus dem Jahre 1532

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Ferdinand Ahuis

Das in diesem Buch untersuchte Porträt eines Reformators von Lucas Cranach d. Ä. wurde 1960 von der Evangelisch-lutherischen Kirche im Hamburgischen Staate unter dem Titel «Johannes Bugenhagen» bei Sotheby & Co. in London ersteigert. Diese Arbeit führt den Nachweis, dass das 1532 in Wittenberg gemalte Bild nicht Johannes Bugenhagen darstellt, sondern den aus Leipzig stammenden Theologen Christoph Ering (*1491 Leipzig, † 1554 Zwickau). Erstmals wird dessen Biographie auf der Basis von Quellenmaterial aus Sachsen, Nürnberg, Danzig und Hamburg vollständig dargestellt. Die Studie rekonstruiert den Weg des Bildes von Wittenberg über Leipzig, Coburg, Weimar, Wien, Prag und Paris bis nach London und Hamburg sowie die Rezeptionsgeschichte des Bildes von 1960 bis heute. Das Porträt wird im Rahmen des Cranachschen Programms der Doppelbildnisse sowie der Stammbuch-, Kleider-, Hausmarken-, Ring- und Bisamapfelkunde untersucht.

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Schluss

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Christoph Ering und Johannes Bugenhagen – ihr Weg und der Weg ihrer Bilder Die Wege von Johannes Bugenhagen und Christoph Ering haben sich nur an einer Stelle berührt: im Sommersemester 1532 in Wittenberg. Chris- toph Erings Lebensweg hatte in Wittenberg seinen nördlichsten, derjenige Johannes Bugenhagens, sieht man einmal von seinen Reisen nach 1536 Torgau sowie 1536/37 und 15391 nach Schmalkalden ab, seinen südlichs- ten Punkt. Ob Ering und Bugenhagen sich getroffen haben, ist nicht be- kannt, wenn auch wahrscheinlich. Nach seinem Wechsel nach Zwickau zeigte Christoph Ering Interesse an Bugenhagens Schriften. Als Mitglied der „Wittenberger Kollektivautorität“ verfolgte Bugenhagen den Weg Chris- toph Erings in Zwickau. Tritt uns in dem Bildnis von 1532 der Christoph Ering in den Blick, der seinen Wechsel aus dem altgläubigen in das evan- gelische Lager vollzogen hatte, so gelang es Christoph Ering, in seiner Tätigkeit als Prediger, Pfarrer und Superintendent in Zwickau eine lutheri- sche Position gegenüber Altgläubigen, Täufern und Sakramentariern ein- zunehmen, die mitten an allen Auseinandersetzungen eine biographische Kontinuität von 21 Jahren ermöglichte, wie sie weder seine Vorgänger noch auch seine unmittelbaren Nachfolger erreicht haben. Dem entspricht, dass er mit seiner Widmung in der Bibel des Zwickauer Bürgermeisters Oswald Lassan, wenn auch aus dessen Blickwinkel, als einer der führenden zwan- zig von der Wittenberger Reformation her geprägten Theologen auftritt.2 Länger als Christoph Ering ist sein Bildnis in Wittenberg geblieben. Erst im Jahre 1537 waren die Voraussetzungen dafür gegeben,...

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