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Perspektiven konservativen Denkens

Deutschland und die Vereinigten Staaten nach 1945

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Peter Uwe Hohendahl and Erhard Schütz

Die Beiträge des vorliegenden Bandes widmen sich vergleichend der Entwicklung des Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland und den USA von 1945 bis heute. Sie gehen dabei auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und wechselseitigen Beziehungen ebenso ein wie auf die wesentlichen Akteure zwischen Politik und Kultur, Theorie und Praxis. Damit liefert der Band erstmals einen Überblick über diese kulturpolitisch höchst einflussreiche Strömung der jüngsten Gegenwart.
Neben historischen Überblicken bietet der Band vor allem Einzelstudien zu einflussreichen Personen und Positionen – u. a. zu Gottfried Benn, Allan Bloom, James Burnham, Carl Schmitt, Arnold Gehlen, Ernst Jünger, Eduard Spranger, Leo Strauss oder Eric Voegelin, aber auch Analysen zu kulturpolitischen Feldern wie Erziehungswesen, Medien und Militär.

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MANUEL KÖPPEN – „…wie das Gesetz es befahl.“Von den Erinnerungen deutscher Wehrmachtsgenerale zu Carl Schmitts „Theorie des Partisanen“ 67

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MANUEL KÖPPEN „…wie das Gesetz es befahl.“ Von den Erinnerungen deutscher Wehrmachtsgenerale zu Carl Schmitts „Theorie des Partisanen“ I. Inhaftierte Befehlshaber Das Allied National Prison im westfälischen Werl konnte im Dezember 1949 prominenten Neuzugang verbuchen. Feldmarschall Erich von Manstein wurde eingeliefert, nachdem er zu 18 Jahren Haft durch ein britisches Militärgericht verurteilt worden war, das ihn u. a. schuldig be- funden hatte, seine Aufsichtspflicht als Oberbefehlshaber an der Ost- front vernachlässigt und so erst die Morde des Sicherheitsdienstes er- möglicht zu haben. Dass er aktiv an den Verbrechen beteiligt war, sah das Gericht als nicht erwiesen an, obwohl die Ermordung von 12.000 Ju- den und Krimtschaken in Simferopol im Dezember 1941 durch das Oberkommando der 11. Armee initiiert wurde, vermutlich um die Ver- sorgungslage der Bevölkerung im Besatzungsgebiet zu verbessern.1 In Werl begegnete er Kollegen, die empfindlichere Urteile getroffen hatten: etwa Feldmarschall Albert Kesselring, ursprünglich zum Tode verurteilt für die Erschießung von 335 Zivilisten im März 1944 wie zwei „Banden- befehlen“ an die Wehrmacht, in deren Folge, laut Anklage, 1.087 Zivilis- ten als Repressalie gegen Partisanenaktivitäten erschossen wurden. Kesselring wurde im Oktober 1952 krankheitsbedingt als haftunfähig entlassen; Manstein gelangte im Mai 1953 klandestin in die Freiheit. Ihre Freilassung war zum einen Resultat einer anhaltenden Pressekampagne, die sie zu Symbolfiguren der Kriegsverbrecherprozesse werden ließ. Im Selbstverständnis der deutschen Opfergemeinschaft waren sie, Manstein als der geniale Stratege und Kesselring als der jederzeit für seine Unter- gebenen einstehende General,...

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