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Perspektiven konservativen Denkens

Deutschland und die Vereinigten Staaten nach 1945

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Peter Uwe Hohendahl and Erhard Schütz

Die Beiträge des vorliegenden Bandes widmen sich vergleichend der Entwicklung des Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland und den USA von 1945 bis heute. Sie gehen dabei auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und wechselseitigen Beziehungen ebenso ein wie auf die wesentlichen Akteure zwischen Politik und Kultur, Theorie und Praxis. Damit liefert der Band erstmals einen Überblick über diese kulturpolitisch höchst einflussreiche Strömung der jüngsten Gegenwart.
Neben historischen Überblicken bietet der Band vor allem Einzelstudien zu einflussreichen Personen und Positionen – u. a. zu Gottfried Benn, Allan Bloom, James Burnham, Carl Schmitt, Arnold Gehlen, Ernst Jünger, Eduard Spranger, Leo Strauss oder Eric Voegelin, aber auch Analysen zu kulturpolitischen Feldern wie Erziehungswesen, Medien und Militär.

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RÜDIGER STEINLEIN – Bewältigen – verhindern – bewahren. Pädagogik als konservatives Projekt nach 1945: Eduard Spranger 119

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RÜDIGER STEINLEIN Bewältigen – verhindern – bewahren Pädagogik als konservatives Projekt nach 1945: Eduard Spranger* I. Konservatives Denken in Deutschland stand im vorigen Jahrhundert vor zwei großen Herausforderungen, mit denen es umzugehen hatte und die es ihrerseits prägten: – die Niederlage der Mittelmächte im Ersten Weltkrieg, der Versailler Vertrag mit seiner These von der allgemeinen Kriegsschuld des ‚Deut- schen Reiches‘ und dem Schock der daraus abgeleiteten Friedensbedin- gungen. Vor allem der als Schmach und Knebelung erlebte Versailler Vertrag wirkte als ideologischer Brandbeschleuniger im Sinne der ‚natio- nalen Rechten‘, empörte aber nicht zuletzt auch die deutschen Konser- vativen. „Schanddiktat“ u. ä. lauteten die Bezeichnungen dieses für Deutschland in der Tat äußerst nachteiligen und demütigenden Zwangs- vertrages, besiegelte er doch, dass Deutschland in eine erniedrigende Lage gebracht wurde: alleinige Kriegsschuld, riesige Reparationen, schmerz- liche territoriale Verluste etc. – die totale Niederlage des ,Dritten Reiches‘ im Revisionskrieg 1939– 1945, ab 1941 im Osten als totaler Vernichtungskrieg geführt, und das völlige Scheitern aller damit von den Nationalsozialisten verfolgten Kriegs- ziele: Gewinnung von Lebensraum im Osten, Suprematie Deutschlands in Europa und letztlich auch der Welt; ferner die „Vernichtung der jüdi- schen Rasse“ (Hitler 1939). * Der folgende Text versteht sich nicht als Beitrag zur Spranger-Forschung. Er ver- sucht nur, auf der Grundlage der akribisch erarbeiteten Forschungsergebnisse von Benjamin Ortmeyer (Mythos und Pathos statt Logos und Ethos. Zu den Publikatio- nen führender Erziehungswissenschaftler in der NS-Zeit: Eduard Spranger, Herman Nohl, Erich Weniger und Peter Petersen, Weinheim, Basel 2009)...

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