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Perspektiven konservativen Denkens

Deutschland und die Vereinigten Staaten nach 1945

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Edited By Peter Uwe Hohendahl and Erhard Schütz

Die Beiträge des vorliegenden Bandes widmen sich vergleichend der Entwicklung des Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland und den USA von 1945 bis heute. Sie gehen dabei auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und wechselseitigen Beziehungen ebenso ein wie auf die wesentlichen Akteure zwischen Politik und Kultur, Theorie und Praxis. Damit liefert der Band erstmals einen Überblick über diese kulturpolitisch höchst einflussreiche Strömung der jüngsten Gegenwart.
Neben historischen Überblicken bietet der Band vor allem Einzelstudien zu einflussreichen Personen und Positionen – u. a. zu Gottfried Benn, Allan Bloom, James Burnham, Carl Schmitt, Arnold Gehlen, Ernst Jünger, Eduard Spranger, Leo Strauss oder Eric Voegelin, aber auch Analysen zu kulturpolitischen Feldern wie Erziehungswesen, Medien und Militär.

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PETER GILGEN – Eros und Hermeneutik: Allan Blooms Bildungsphilosophie 287

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PETER GILGEN Erotik und Hermeneutik: Allan Blooms Bildungsphilosophie* Allan Bloom, ein ehemaliger Schüler von Leo Strauss, der sich vor allem als Übersetzer von Platons Politeia und Rousseaus Émile einen Namen ge- macht hatte, veröffentlichte 1987 The Closing of the American Mind und wurde über Nacht zur Galionsfigur der amerikanischen kulturkonservati- ven Rechten in den gerade erst beginnenden Culture Wars. Man feierte oder attackierte Bloom als legitimen Vertreter der Strauss-Linie. Dieser Aufsatz untersucht sein letztes, posthum erschienenes Buch, Love and Friendship, das auf den unverhofften Bestseller folgte und von Anhängern wie Gegnern wenig beachtet wurde. Bloom legt in ihm eine erotische Hermeneutik dar, die nicht unwesentlich von Strauss’ Prinzi- pien abweicht und die oft scharfe Kritik in The Closing in ein anderes, mil- deres Licht rückt. I. In einer Rede am 7. Dezember 1988 an der Harvard University, in der Bloom auf die Kritik an seinem Bestseller The Closing of the American Mind 1 reagierte, beharrte er darauf, kein Konservativer zu sein und dies, obwohl er die Haltung mancher Konservativer innerhalb der Universitä- ten bewunderte.2 Zugleich räumte er ein, auch kein Liberaler im geläufi- gen Sinn zu sein, obwohl es ihm stets um die Erhaltung der liberalen Gesellschaft ging.3 Stattdessen führte Bloom „die theoretische Haltung“4 ins Feld, die er durch die zeitgenössische Tendenz, Theorien auf bloße Parteilichkeit zu reduzieren, gefährdet sah. Gerade das theoretische, kon- * Die Zitate aus den englischen Primärwerken wurden von Peter Gilgen übersetzt. 1 Allan...

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