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Polnisches Deutsch – Deutsches Polnisch

Edition und Analyse einer Sammlung von Paralleltexten des 18. Jahrhunderts aus Teschen/Oberschlesien

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Rahel Cerna-Willi

In der oberschlesischen Stadt Teschen (heute: Cieszyn/Český Těšín) hat sich eine linguistisch äusserst wertvolle Quellensammlung erhalten: Rund 500 Hefte mit Klausuren aus dem 18. Jahrhundert, geschrieben von Schülern der lutherischen Jesusschule. Besonders interessant sind die Arbeiten aus dem Elementarunterricht in Form deutsch-polnischer Paralleltexte.
Die Autorin legt eine detaillierte Übersetzungsanalyse dieser Texte vor und gibt Aufschluss über die Sprachgeschichte der Region Oberschlesien sowie den deutsch-polnischen Sprachkontakt allgemein. Sie untersucht lexikalische und syntaktische Strukturen und stellt die Frage, ob die Auffälligkeiten in den einzelnen Sprachversionen auf die Übersetzungssituation zurückzuführen sind oder auf die Sprachkontaktsituation allgemein. Die Ergebnisse der Übersetzungsanalyse werden durch Informationen zum soziohistorischen Kontext von Fremdsprachunterricht und Teschener Konfessionsgeschichte ergänzt. Durch zusammenfassende Darstellungen in Form von Listen und eines Registers eignet sich die Analyse auch als Nachschlagewerk.
Die Autorin hat die Textsammlung umfassend fotografisch dokumentiert und erstmals ediert. Die Originalfotos sind der Publikation auf CD-Rom beigefügt. Die Übersetzungsanalysen der Paralleltexte stellen eine wertvolle Ergänzung bisheriger Arbeiten zum schlesischen Sprachkontakt dar.

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Vom Bauernsohn zum Bibelübersetzer 9

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Vom Bauernsohn zum Bibelübersetzer Am . Februar  wurde in Tritiesch, einem Dorf in Oberschlesien, ein Junge namens Paul Twardy geboren. Aktenkundig wurde dieses Ereignis mit dem folgenden Eintrag in die Taufmatrikel der lutherischen Gemeinde in der nahe gelegenen Stadt Teschen (heute Cieszyn PL): Ex Trźitieź: Pawel P. Pawel Twardy Chal. M. Anna T. Ondržey Metz, Ondržey Gaura et Suſanna Slonkowa ibid.  Für die meisten Orte, die in dieser Arbeit erwähnt werden, existieren Namen in unterschiedlichen Sprachen. Im Lauf der Geschichte waren deutsche, polnische und tschechische Bezeichnungen in Gebrauch. Um der besseren Lesbarkeit willen verwende ich im Text im allgemeinen nur eine Sprachversion des Ortsnamens. Wenn auf eine heutige Lokalität Bezug genommen wird, verwende ich die Ver- sion in der Sprache, die in dem Staat, in dem sich der Ort heute befindet, die vorherrschende Amtssprache ist – bei Orten in Polen also die polnische Form, bei Orten in Tschechien (auch bei solchen im sogenannten Zaolzie, wo Polnisch als zweite Amtssprache zugelassen ist) die tschechische usw. – um der größeren Einheitlichkeit willen auch dort, wo die eingedeutschen Bezeichnungen gebräuch- licher sind, etwa im Fall der Stadt Krakau/Kraków. Dort vermerke ich jedoch die deutsche Bezeichnung in Klammern. Wird der Ort in historischem Kontext erwähnt, verwende ich im allgemeinen die deutsche Form, da im . Jahrhundert die in der Region vorherrschende Amtssprache – nicht zu verwechseln mit den Schriftsprachen, die in anderen Domänen wie der Literatur verwendet wurden –, das Deutsche war. Andere Sprachversionen verwende ich nur...

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