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Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400-1750), Bd. 1

Beiträge zur ersten Arbeitstagung in Eisenstadt (März 2011)

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Edited By Alfred Noe and Hans-Gert Roloff

Die Mittlere Deutsche Literatur zwischen 1400 und 1750 weist einen beträchtlichen Bestand an deutschsprachiger Rezeptionsliteratur auf, deren Vorlagen der antiken Literatur (griech. röm.), der Literatur Italiens, Frankreichs und Englands, vor allem aber der neulateinischen Literatur Europas und der europäischen Kirchenliteratur entstammen. Auf diesem Wege ergoss sich eine grosse Flut von neuen Informationen, Ideen und Formen über das lesebegierige Publikum, das zumeist keine andere Sprache als das deutsche Idiom verstand.
Die Sichtung, Aufarbeitung, funktionelle Definition und bildungsgeschichtliche Wertung der Rezeptionsliteratur gehört zu den historisch aussagekräftigsten Aufgaben der Erforschung der Kultur der Frühen Neuzeit. Die erste Arbeitstagung in Eisenstadt (März 2011) hat die Diskussion zu diesem Phänomen eröffnet und befasst sich mit Fragestellungen wie: Welchen Wirkungsraum und welche Funktion hatte die Rezeptionsliteratur? Wer sind die Übersetzer, die Produzenten und wer die Leser? Welche Rezeptionsvorgänge sind festzustellen? Weitere Tagungen zum Thema werden folgen.

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Laura Auteri – Anmutige Gespräch (1619) I Capricci del Bottaio (1546) von Giovan Battista Gelli in der Übersetzung Fürst Ludwigs von Anhalt-Köthen 139

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Anmutige Gespräch (1619) I Capricci del Bottaio (1546) von Giovan Battista Gelli in der Übersetzung Fürst Ludwigs von Anhalt-Köthen Laura Auteri (Palermo) 1. Giovan Battista Gelli: I Capricci del Bottaio und La Circe Giovan Battista Gelli (Florenz 1498–1563), einer der Protagonisten des italienischen Humanismus, trat für viele Ideen der Reformation ein.1 Heute wird er zwar immer noch dem katholischen Lager zugerechnet, er gehörte aber zu einer großen florentinischen Gruppe von Sympathisanten der Re- formation, darunter Bernardo Ochino, Aonio Paleario, Pietro Martire Ver- migli, Ludovico Domenichi, Pietro Carnesecchi, Bartolomeo Panciatichi. 1543 veröffentlichte Gelli Beneficio di Cristo, das schon damals als das Manifest eines geheimen Protestantismus in Italien betrachtet und daher 1554 in den Index librorum prohibitorum aufgenommen wurde. Gleiches Schicksal widerfuhr I Capricci del Bottaio,2 das in 10 Dialogen zwischen 1 Vgl. Salvatore Caponetto: La riforma protestante nell’Italia del Cinquecento. Torino 19972; Massimo Firpo: Gli affreschi di Pontorno a San Lorenzo. Eresia, politica e cultura nella Firenze di Cosimo I. Torino 1997; Angela Piscini: Gio- van Battista Gelli. In: Dizionario biografico degli italiani. Hrsg. von Istituto dell’Enciclopedia Italiana. Catanzaro 1999. Bd. 53. 2 Ab jetzt wird der Titel verkürzt als I Capricci angegeben. Für die italienische Originalfassung wird aus folgender Ausgabe zitiert: Giambattista Gelli: La Cir- ce e I Capricci del bottaio. Hrsg. von Severino Ferrari. Firenze 1957 (Neudruck der Ausgabe Florenz 1897). Die Herkunft der Zitate wird im Text in Klammern durch die Angabe von Seite und Zeile gekennzeichnet....

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