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Primärprozess, Emotionen und Beziehungsmuster in Tagträumen

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Isabelle Meier

Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine explorative Studie über Imaginationen. Das Erkenntnisinteresse betrifft die Frage, wie in Imaginationen unbewusste und vorbewusste Beziehungsmuster bearbeitet und neue Erlebnis- und Verhaltensmöglichkeiten erprobt werden können. Untersucht wird, ob Imaginationen den Primärprozess aktivieren und wieweit in ihnen Emotionen und Beziehungsmuster positiver ablaufen als in Wacherzählungen. Im empirischen Teil der Arbeit werden die Hypothesen anhand von 20 Tagträumen von 12 Probandinnen und Probanden untersucht.

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1. Einleitung 13

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13 1. Einleitung Psychische Störungen beruhen auf fehlangepassten Verhaltensweisen. Darin sind sich viele Psychotherapie-Forscher quer durch die Schulen hindurch einig (u. a. Kast 1994, Luborsky & Crits-Christoph 1998b, Grawe et al. 1994). Bereits Freud sprach von einem “Klischee, wel- ches im Laufe des Lebens regelmässig wiederholt, neu abgedruckt wird […]” (Freud 1912, S. 364 f.). Diese Klischees seien aus bewuss- ten und unbewussten Anteilen zusammengesetzt und in maladaptiven Verhaltensmustern gespeichert, die mit gegenwärtigen Menschen be- ständig neuinszeniert werden. Während Freud noch davon ausging, dass hinter diesem Wiederholungszwang des Klischees der Todestrieb steckte, gehen neuere psychoanalytische Auffassungen davon aus, dass diese Reinszenierungen zu einem unbewussten Problemlösungsprozess gehören, durch den ein Mensch seine Überzeugungen bezüglich seiner Beziehungserfahrungen falsifizieren möchte (Weiss et al. 1986). Wenn fehlangepasste Muster in einer Psychotherapie verändert werden sol- len, so braucht es, um mit Fonagy (1999) zu sprechen, die bewusste Bearbeitung solcher vorbewusster und unbewusster Beziehungsmuster. Doch wie lassen sich solche vor- und unbewusste Beziehungsreprä- sentationen erfassen? Die vorliegende Arbeit ist eine explorative Studie über Imaginatio- nen, ihr empirisches Material sind Tagträume von Weiterbildungswo- chenenden in Katathym-imaginativer Psychotherapie (KiP). Die KiP aktiviert mittels Imaginationen solche vorbewusste und unbewusste Beziehungsmuster, denn die inneren Bilder wirken wie eine Theater- bühne, auf der die jeweiligen vorbewussten und unbewussten ˜ ngste, Konflikte, Wünsche und Bedürfnisse abgebildet werden können (Kast 1988, Leuner 1994b, Klingler 1977, Singer 1978). Zwar sind sie teil- weise symbolisch verschlüsselt, die Konflikte sind aber klarer...

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