Show Less

Exzentrische Moderne: Max Herrmann-Neiße (1886-1941)

Series:

Edited By Sibylle Schönborn

Die Beiträge dieses Bandes gehen aus der im Dezember 2011 vom «Max-Herrmann-Neiße-Institut» veranstalteten internationalen Tagung hervor. Sie verorten das vielseitige Werk Max Herrmann-Neißes im Kontext der literarischen Moderne, indem sie seine wechselnden Positionen und Engagements zwischen Ästhetizismus, Expressionismus, politischer Literatur, Neuer Sachlichkeit und Exilliteratur in den Blick nehmen. Im Nebeneinander von Nihilismus und Erlösungspathos, Großstadtbewusstsein und Provinzialität, Kosmopolitismus und Regionalismus entwerfen die einzelnen Beiträge das Gesicht einer in sich widersprüchlichen und heterogenen Moderne, deren Repräsentant der aus Schlesien stammende Autor in der Metropole Berlin und im Londoner Exil wurde. Neben gattungsgeschichtlichen Beiträgen zu den lyrischen Anfängen bis zur Exillyrik werden vor allem «kleinere» Gattungen wie der Brief und die Literaturkritik, performative Künste wie das Drama und das Kabarett und ihre Medien (Film) untersucht. Zudem werden Fragen nach Herrmann-Neißes unverwechselbarer Romanpoetik, seinem Beitrag zur theoretischen Auseinandersetzung über eine engagierte Literatur und seiner Beteiligung an den Diskursen über Körperlichkeit, Sexualität und Geschlecht diskutiert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Um uns die Fremde Max Herrmann-Neißes Exillyrik Nadja Reinhard 97

Extract

Um uns die Fremde Max Herrmann-Neißes Exillyrik Nadja Reinhard Einleitung Mit über dreihundert Gedichten hat Max Herrmann-Neiße wie sonst „nur wenige exilierte Dichter ein [… besonders, Anm. d. Verf.] umfangreiches lyrisches Werk aus der Zeit von 1933 bis 1941 hinterlassen.“1 Für die Ge- fährten im Londoner Exil, zu denen Stefan Zweig, Lion Feuchtwanger, Heinrich Mann und Kurt Pinthus gehören, ist Max Herrmann-Neißes Exil- lyrik gültiger Ausdruck der Exilsituation, in der sie sich selbst wiedererken- nen; das belegen die Worte Stefan Zweigs an Max Herrmann-Neiße anläss- lich der Feier seines 50. Geburtstags: „Dieser trübe und – wir hoffen es doch alle – vergängliche Augenblick der erzwungenen Fremde hat durch Sie dichterischen Bestand erhalten innerhalb der deutschen Sprache.“2 Lion Feuchtwanger stimmt diesem Urteil zu: Aus den Versen Max Herrmanns tönt das, was alle Emigranten einigt … Er be- vorzugt die stillen, großen, traditionellen Rhythmen unserer klassischen Lyrik, und gerade durch diese Technik, indem er nämlich unsere neuen Inhalte in die- sen klassischen Formen wiedergibt, transportiert er das Einmalige, Zufällige unserer Epoche und unseres Erlebens ins Zeitlose.3 Dass diese Wertschätzung der Exillyrik Herrmann-Neißes nicht nur für die Zeitgenossen, sondern noch heute gilt, zeigen die sieben Gedichte, die Wolfgang Emmerich und Susanne Heil als repräsentativ verstehen und in 1 Jörg Thunecke: „Weh mir, daß ich ein Lyriker bin und noch dazu ein deut- scher“. Zur Exillyrik Max Herrmann-Neisses. In: Deutschsprachige Exillyrik von 1933 bis zur Nachkriegszeit....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.