Show Less

Dante deutsch

Die deutsche Dante-Rezeption im 20. Jahrhundert in Literatur, Philosophie, Künsten und Medien

Series:

Edited By Michael Dallapiazza and Annette Simonis

Der vorliegende Band erkundet die deutsche Dante-Rezeption in der Literatur und den Künsten im 20. Jahrhundert. Er dokumentiert anhand von verschiedenartigen Beispielen die Vielfalt der von der Divina Commedia ausgehenden künstlerischen Anregungen in Moderne und Gegenwart. Besondere Berücksichtigung finden namhafte Autoren wie Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal, Franz Werfel, Arno Schmidt, Peter Weiss, Günter Grass sowie Durs Grünbein. Ferner eröffnet der Band weitere Ausblicke auf die Dante-Rezeption in der Musik, in der Graphic Novel, in Island sowie im Werk von Primo Levi. Die Beiträge gehen aus einer Tagung hervor, die im Oktober 2012 an der JLU Gießen in Kooperation mit der Universität Urbino stattgefunden hat.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

„Après une lecture de Dante“ Dante-Vertonungen deutscher Komponisten im XX. Jahrhundert Michael Schwarte 121

Extract

„Après une lecture de Dante“ Dante-Vertonungen deutscher Komponisten im XX. Jahrhundert Michael Schwarte Die Fülle der musikalischen Werke, die mit Ende des 19. Jahrhunderts zu Dantes „Göttlicher Komödie“ gerade auch in Deutschland entsteht, wird bis weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein bestimmt durch insgesamt drei Kom- positionen von Franz Liszt und Peter Tschaikowsky. Franz Liszt, ohnehin Orientierungspunkt für alle, die von einer literarischen Vorlage ausgehend in Tönen weiter dichten wollten, verfasste knapp vor der Jahrhundertmitte seine sogenannte „Dante“-Sonate für Klavier solo (1846 bis 1849), die schon im Titel keinen Zweifel daran lassen wollte, dass sie eng an ihrer literarischen Vorlage orientiert und „après une lecture de Dante“ entstanden ist. Noch vor den Gemälden von Ary Scheffer, Anselm Feuerbach und Gabriel Rossetti, noch vor den Illustrationen Gustave Dorés auch, rückt Liszt darin die Ge- schichte der unglücklich Verliebten Paolo und Francesca in den Blick, wobei er selbstverständlich nicht darauf verzichtet, das Hinabsteigen Dantes in den Höllenkreis zu Beginn seiner Klaviersonate musikalisch nachzuzeichnen und der gewählten Episode voranzustellen. Etwa zehn Jahre später folgt die 1857 für großes Orchester geschriebene „Dante-Symphonie“ mit den beiden Sät- zen „Inferno“ und „Purgatorio mit Magnificat“, womit Liszt gewissermaßen aus einer größeren Distanz heraus zur „Göttlichen Komödie“ den Blick auf deren Dreiteiligkeit erweitert. Nicht weniger prägend als diese beiden groß angelegten Jenseitsgemälde Liszts war für die Komponistengeneration am Ende des 19. Jahrhunderts...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.