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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium- Berlin 2011

Massen und Medien bei Alfred Döblin

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Edited By Stefan Keppler-Tasaki

Das «Kollektivwesen Mensch» hat die literarische Imagination und das intellektuelle Verantwortungsbewusstsein Alfred Döblins bis an die Grenzen der Sprache herausgefordert. Der Schriftstellerarzt verfolgte das Phänomen der Masse im Leben der Großstädte, in den Weltkriegen und in globalen Migrationsbewegungen. Es motiviert die exuberanten Textmassen seiner Romane ebenso wie seine experimentierfreudigen Feuilletons, Radio- und Filmtexte, die auf ein Massenpublikum hin angelegt sind. Die «richtige Einstellung auf die Masse» wurde ihm zu Problem und Aufgabe neuer literarischer Repräsentationsformen und einer medialen Massenbildung.
Der Band dokumentiert das 18. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2011 zum Thema «Massen und Medien bei Alfred Döblin» in Berlin tagte und auch für den Massendiskurs einschlägige Autoren wie Ernst Toller und Hans Fallada berücksichtigte.

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Masse und Metanoia 149

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Masse und Metanoia „Mensch in Masse befrein“ Masse und Individualität in Ernst Tollers Drama Masse-Mensch und seinem Vortrag Man and the Masses Torsten Hoffmann In den Jahren nach seiner Ausbürgerung aus Deutschland im August 1933 hat Ernst Toller vor allem politische Vorträge gehalten. Damit, aber auch in vielen Gesprächen mit Regierungsstellen und hochrangigen Kirchenvertretern in den USA und Großbritannien wollte er die demokratischen Länder zu einem ent- schiedeneren Widerstand gegen den spanischen und den deutschen Faschismus bewegen. Für seine ausgedehnten Vortragsreisen durch die USA, Kanada und Mexiko (die von einer Agentur professionell organisiert waren und auf de- nen Toller oft mehrmals täglich sprach)1 entstand, vermutlich um 1936, auch der postum veröffentlichte Text Man and the Masses: The Problem of Peace. 7ROOHUZLGHUUXIWGDULQQRFKHLQPDOVHLQIUKHUHV%HNHQQWQLV]XP3D]LÀVPXV und fordert eine militärische Allianz gegen Hitler. Allein eine mächtige, in- terkontinentale Drohkulisse könne Hitler von seinen offensichtlichen Kriegs- plänen abbringen. Und Toller kommt in seinem Vortrag ausführlich auf sein 1919/20 in der Festungshaft entstandenes Drama Masse-Mensch zu sprechen – nicht zuletzt, weil er das problematische Verhältnis von Individuum und Masse nach wie vor für virulent hält. Trotzdem und erstaunlicherweise hat sich bisher weder die Toller-Philologie noch die Forschung zur Literaturgeschichte der Masse näher mit dem Motiv der Masse in Tollers Stück und Vortrag befasst,2 denen ich mich im Folgenden in umgekehrter Chronologie widmen werde. 1 Vgl. Wolfgang Rothe: Ernst Toller in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten....

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