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Denken im Gegensatz: Hugo Ball

Ikonen-Lehre und Psychoanalyse in der Literatur der Moderne

Daniela Paola Padularosa

Das Buch fokussiert die tiefe und dennoch problematische und gegensätzliche Beziehung der Ikonen-Lehre zur Kultur des frühen 20. Jahrhunderts. Das Auftreten von modernen Ikonen wird zum bedeutenden Ausdruck der Renaissance der Mystik in der Kunst, der Wissenschaft und Philosophie der Zeit, die sich oft als Debatte über die Sichtbarwerdung des Unsichtbaren artikuliert.
Vor diesem Hintergrund analysiert die Autorin das Werk von Hugo Ball, einem der außergewöhnlichsten und raffiniertesten Interpreten der literarischen und künstlerischen Szene der Zeit. Ausgehend von Balls dadaistischen Lautwerken bis hin zu seinen zum Teil unveröffentlichten Artikeln zur Psychoanalyse und Religion vertritt das Buch die These, dass die Ikone Christi und die Figur des Heiligen der rote Faden in seinem Œuvre sind: Erinnert Balls kubistisches Kostüm an eine byzantinische Ikone, erscheinen in den Schizophrenen Sonetten andere heilige Gestalten in der Form «umgedrehter Ikonen». Sein faszinierendstes Buch, Das byzantinische Christentum, versucht schließlich durch das wiederkehrende Bild der Himmelsleiter ein neues Verhältnis zur Heiligkeit herzustellen und den Heiligen zum neuen Held der Moderne zu erheben.

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Inhalt

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Einleitung ................................................................................................ 11 1. Hugo Ball und die Moderne .............................................................. 23 1.1 Zerstörung und Wiederaufbau: Die politische und künstlerische Krise im 20. Jahrhundert ............................... 23 1.1.1 Nietzsches Nihilismus und avantgardistischer Vitalismus ........................................................................ 23 1.1.2 Von der Sprachkrise und dem Fragment-Charakter der Kunst zur Lautpoesie und zum Gesamtkunstwerk .... 44 1.2 Die Mystik-Renaissance in der Moderne und ihre Beziehung zum Rationalismus, oder Das Sichtbare und das Unsichtbare .......................................................................... 56 1.2.1 Die Vielfalt der religiösen Erfahrung .............................. 56 1.2.2 Das Unsichtbare wird sichtbar ........................................ 69 1.3 Die Wort-Bild-Beziehung in der Moderne. Über die Ikonen-Renaissance im 20. Jahrhundert ...................... 78 1.3.1 Die Figur Christi in Balls Werk ....................................... 78 1.3.2 Die Ikonen-Renaissance in der Moderne ........................ 86 1.3.3 Die Ikonen-Malerei und ihre Beziehung zur Volks- und primitiven Kunst ............................................ 94 1.4 Synästhetisches Gesamtkunstwerk und byzantinisches Christentum. Die Ikonen-Lehre im Spannungsfeld zwischen poetischer und bildender Kunst ................................ 103 2. Die Reise nach Dresden ................................................................... 111 2.1 Hugo Ball zwischen Avantgarde und Tradition ........................ 111 2.1.1 Dadaismus und Zeitkrankheit ........................................ 111 2.1.2 Das Wort und das Bild ................................................... 126 2.2 Synästhesie und Kult ................................................................ 148 2.2.1 Das Cabaret Voltaire ...................................................... 148 2.2.2 Hugo Ball: Magischer Bischof oder Pantokrator-Ikone? Zum Inkarnationsmotiv in der Kunst der Avantgarde .......................................... 159 10 3. Hugo Balls lyrisches Intermezzo: Über die Schizophrenen Sonette ...................................................... 177 3.1 Die Zerrissenheit der Moderne und die Melancholie des Künstlers ............................................................................ 177 3.1.1 Religiöse und psychoanalytische Motive in Balls Nachkriegswerken ................................................ 179 3.1.2 Die Therapie der Kirche: „Exorzismus und Psychoanalyse“ .............................................................. 194 3.2 Der Geisteskranke als mystische Avantgarde ........................... 203 3.3 Die Schizophrenen Sonette: 1923–1924 ................................... 216 3.3.1 Der Verfall der Aura und der...

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