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Geschichte(n) fiktional und faktual

Literarische und diskursive Erinnerungen im 20. und 21. Jahrhundert

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Edited By Barbara Beßlich and Ekkehard Felder

Die Beiträge des Bandes gehen auf eine Tagung in Budapest zurück, die im September 2014 stattgefunden hat. Gemeinsames, erkenntnisleitendes Thema ist die Frage nach «Sprachlichen Konstruktionen von Geschichte zwischen Faktualität und Fiktionalität» mit besonderem Blick auf Umbruchs- und Krisenzeiten. Die literaturwissenschaftlichen Beiträge analysieren und interpretieren Texte vom frühen 20. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert, in denen künstlerische, politische, ideologische und gesellschaftliche Krisenzeiten thematisiert werden.
In den linguistischen Beiträgen geht es um gemeinsame Geschichte und ihre Konstruktion im Spiegel von Diskursen. Korpuslinguistische und diskursanalytische Ansätze stehen im Vordergrund. Von besonderer Bedeutung ist in zahlreichen Beiträgen das sogenannte Budapester Korpus. Dabei handelt es sich um ein deutsch-ungarisches thematisches Textkorpus, das im Rahmen einer vom DAAD-geförderten Partnerschaft zwischen Budapest und Heidelberg entstand. Es zeigt die verschiedenen Perspektiven, die in beiden Länder zueinander und zu ihrer gemeinsamen Geschichte sprachlich konstruiert werden. An diesem Korpus werden diskursanalytische und grammatische Fragestellungen im Sprachvergleich untersucht.

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Diskursives Erinnern an Naturkatastrophen Eine sprachvergleichende Mediendiskursanalyse im Deutschen und Englischen (Anna Mattfeldt)

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anna Mattfeldt Diskursives Erinnern an Naturkatastrophen Eine sprachvergleichende Mediendiskursanalyse im Deutschen und Englischen Abstract: Dieser Beitrag bringt die Thematik des Erinnerns mit dem Diskursthema Na- turkatastrophen zusammen. Es wird beispielhaft untersucht, wie in der Medienbericht- erstattung zum Hurrikan „Sandy“ im Jahr 2012 in den USA Erinnerungen konstruiert werden. Dabei werden sprachvergleichend deutsche und US-amerikanische Medien- texte analysiert. Welche Erinnerungen dieses Ereignis auslöst und welche Funktion das Erinnern in den jeweiligen Texten hat, ist dabei sprach- und kulturspezifisch verschie- den. Auch Konflikte um vergangene Naturkatastrophen wie den Hurrikan „Katrina“ treten beispielsweise wieder zutage. Insgesamt vermag eine Analyse von expliziten Erinnerungen in Diskursen aufzuzeigen, wie welche Wissensbestände reaktiviert und neu konstruiert werden. Keywords: Erinnerung, Sprachvergleich, Kulturvergleich, Kontrastivität, Mediendis- kursanalyse 1. Einleitende Bemerkungen Zeitgeschichte in Mediendiskursen entsteht nicht im luftleeren Raum. Berich- te über zeitgenössische Ereignisse knüpfen an zuvor Geschehenes an, an das implizit oder explizit erinnert wird. Dies betrifft auch Ereignisse wie Natur- katastrophen, die den Menschen in seiner Sicherheit erschüttern.1 Sie werden eingereiht in eine Reihe ähnlicher Ereignisse, an die Erinnerungen geweckt werden. Außerdem wird an andere angrenzende Diskurse erinnert, wie z.B. po- litische Diskurse oder den Klimawandeldiskurs. Diese werden aufgerufen und im Rahmen aktueller Naturkatastrophen aktualisiert. 1 Siehe Eckart Ehlers: „Die Natur kennt keine Katastrophen“. Zu einer notwen- digen Unterscheidung zwischen Natur- und Umweltkatastrophe. In: Jetzt ist die Landschaft ein Katalog voller Wörter. Beiträge zur Sprache der Ökologie. Hrsg. von Bernd Busch. Göttingen: Wallstein 2007, 98‒105. (=Valerio 5) 60...

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