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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXVI. Jahrgang / 2014

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Edited By Peter Heßelmann

Den Schwerpunkt dieses Bandes der Simpliciana bilden vierzehn Vorträge, die während einer Tagung mit dem Rahmenthema «Chiffrieren und Dechiffrieren in Grimmelshausens Werk und in der Literatur der Frühen Neuzeit» Mitte Juni 2014 in Gelnhausen gehalten wurden. Fünf weitere Studien ergänzen unser neues Jahrbuch. Die Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» bietet wie gewohnt einige Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.
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Achim Landwehr: Geburt der Moderne. Eine Geschichte der Zeit im 17. Jahrhundert. (Torsten Menkhaus)

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Achim Landwehr: Geburt der Moderne. Eine Geschichte der Zeit im 17. Jahrhundert. Frankfurt a. M.: S. Fischer Verlag 2014. 445 S.

Der Historiker Achim Landwehr, Lehrstuhlinhaber für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, beschreibt in seinem Buch Geburt der Moderne. Eine Geschichte der Zeit im 17. Jahrhundert, wie das 17. Jahrhundert die Gegenwart entdeckte. Nicht ohne Grund stellt Landwehr seinem Buch ein Zitat des Philosophen Hans Blumenberg voran: Zeit zeigt sich nicht, sie macht sich bemerkbar. Deutlich bemerkbar macht sich auch das Thema „Zeit“ in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit, die Beschäftigung mit der Zeit hat momentan wiederum fächerübergreifend Hochkonjunktur.

Achim Landwehr demonstriert mit seinem Ansatz einer Kulturgeschichte des 17. Jahrhunderts, wie es den Menschen in der Frühen Neuzeit allmählich gelungen ist, ihre individuellen Tages- und Lebenszeiten autonom festzulegen und darüber (mehr oder weniger) zu verfügen. Hierbei will Landwehr „keine Theorie der Zeit entwickeln, sondern den Versuch einer Zeit-Geschichte unternehmen“ (S. 37). Zu allen Zeiten gab es unterschiedliche Zeitwahrnehmungen, doch bis ins frühe 17. Jahrhundert dachten und lebten die Menschen in einem streng eschatologischen Zeitverständnis: „Was in der Zukunft geschehen würde, war bereits festgelegt und im Schöpfungsplan bestimmt worden. Diese Vergangenheit bestimmte nicht nur auf übermächtige Art die Zukunft, sondern ragte auch unmittelbar in die Gegenwart hinein.“ (S. 101) In diesem Sinne wurde alles Geschehene und alles Zukünftige vor dem Hintergrund des Jüngsten Gerichts begriffen, denn der...

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