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Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400–1750), Bd. III

Beiträge zur dritten Arbeitstagung in Wissembourg / Weißenburg (März 2014)

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Edited By Peter Hvilshøj Andersen-Vinilandicus and Barbara Lafond-Kettlitz

Die Mittlere Deutsche Literatur zwischen 1400 und 1750 weist einen beträchtlichen Bestand an deutschsprachiger und neulateinischer Rezeptionsliteratur auf. In Kontinuität mit der ersten Arbeitstagung in Eisenstadt 2011 und der zweiten in Hundisburg 2013 sind die Beiträge dieses Bandes dessen Sichtung, Aufarbeitung und bildungsgeschichtlicher Wertung gewidmet. Sie befassen sich mit der Rezeption und Verbreitung antiker Kultur (Überlieferung von Mythologie, Verarbeitung von Sophokles und Ovid), mittelalterlicher Stoffe und Renaissanceliteratur sowie mit den Filiationen neulateinischer Dramen, Fabeln und Romane, teilweise bis ins 18. Jahrhundert. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Rekontextualisierung, auf der Art, wie der Text dem anderen kulturellen Bezugsrahmen angepasst wird. An herausragenden Beispielen der literarischen Rezeption europäischer Literaturdenkmäler (Nibelungensage, Narrenschiff, Melusine) und neulateinischer Dramen werden außer ästhetischen Problemen sozio-kulturelle Transfers dargestellt, so etwa die ideologische Funktionalisierung zu didaktischen, moralischen, politischen und konfessionellen Zwecken.
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Rezeption als pointierte Veränderung der Vorlage: Das Laurentius-Drama des Philipp Fabricius von 1591

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Zusammenfassung: Die in der HAB Wolfenbüttel aufbewahrte Handschrift einer Tragoedia de uita et martyrio D. Laurentii […] Auctore Philippo Fabricio liefert offensichtlich den bislang unbekannten Text zu dem von Valentin (1983) zitierten Zeugnis einer Aufführung eines Laurentius-Dramas durch die Prager Jesuiten im Jahr 1591. Wohl für eine Präsentation der Jesuitenschule vor Rudolf II. bearbeitete Philipp Fabricius (Platter), der spätere königliche Geheimsekretär, die Tragödie Laurentias des Gregorius Holonius (1556). Er übernahm dabei weite Teile seiner Vorlage wörtlich, veränderte aber durch gezielte Zusätze, Auslassungen und Umstellungen den Charakter des Dramas. Aus einer Tragödie, welche die ‚constantia‘ des Heiligen preist, der einer korrupten Herrschaft trotzt, wurde so eine Kombination aus einem Märtyrerdrama, das eine vorbildlich konsequente Christusnachfolge verherrlicht, und einer Tyrannentragödie, die den Untergang der Feinde des ‚rechten Glaubens‘ inszeniert.

Stichworte: Kaiser Decius der Jüngere, Philipp Fabricius, Gregorius Holonius, Laurentias, Laurentius, Märtyrerdrama, Prudentius, Rudolf II.

Der Text und seine Verortung

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