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Im Nadelkorsett auf Tournee – Metaphern-Akkommodation im Therapiegespräch

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Sarah King

Das Thema dieser Arbeit ist die Angleichung oder Nichtangleichung (Akkommodation) verbaler und gestischer Metaphern zwischen Patient und Therapeut in der Psychotherapie. Den theoretischen Ausgangspunkt bildet ein kognitiv-linguistischer Ansatz: Unsere Wahrnehmung von der Welt, wie wir denken und handeln, wie wir uns auf andere beziehen oder uns anderen gegenüber ausdrücken – das alles beruht auf metaphorischen Konzepten. Die Autorin stellt vorerst die theoretischen Grundlagen vor und wendet die Theorie schliesslich praktisch an, indem sie ein Fallbeispiel gesprächsanalytisch untersucht. Als Fallbeispiel dient die Langzeitpsychotherapie einer Patientin mit einer Borderline-Problematik. Sechs audiovisuell aufgezeichnete Therapiestunden aus dem Beginn, dem mittleren Teil und dem Ende der Therapie werden im vorliegenden Band metaphernanalytisch untersucht. Zusätzlich führt die Autorin bei einzelnen auffälligen Sequenzen eine gestische Metaphernanalyse durch. Die Arbeit liefert einen Beitrag an die Grundlagen- und interdisziplinäre Forschung.
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3.5.1.8 Fazit: Formen der Akkommodation und auffällige Muster

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Im Folgenden soll nun zusammenfassend nachgezeichnet werden, wie sich die Metaphern der Patientin und des Therapeuten gegenseitig beeinflusst (oder nicht beeinflusst) und im Verlauf der Therapie verändert haben. Dabei werden die Befunde im Hinblick auf auffällige Muster sortiert, die in der Analyse ersichtlich wurden. Eine schriftdeutsche Übersetzung der schweizerdeutschen Transkriptionspassagen findet sich im Anhang 6.1.3.

Allgemein entsteht der Eindruck, dass die sprachlichen Konzepte gut abbilden, was der Therapeut in der Sitzung wahrgenommen und in den Protokollen festgehalten hat. Dies zeigt, dass Metaphern nicht bloss ein stilistisches Mittel darstellen. Sie repräsentieren vielmehr, was wir denken und wahrnehmen. Die Analyse zeigt ausserdem, dass die Verwendung der Metapher stimmungsabhängig sein kann. So verwendet die Patientin zum Beispiel in der zweiten Sitzung, in der sie sehr niedergedrückt und schweigsam ist, anteilsmässig weniger Metaphern als in anderen Sitzungen.

Wörtliche Interpretation / semantische und pragmatische Divergenz

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