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Naturkunde im Wochentakt

Zeitschriftenwissen der Aufklärung

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Edited By Tanja van Hoorn and Alexander Košenina

In der Aufklärung wird umfassende Bildung über den Menschen, die Welt und die Kultur gefordert. Wissen über Astronomie, Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Geologie oder Meteorologie vermitteln – vor der rasanten fachlichen Spezialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts – insbesondere Zeitschriften.
Seit etwa 1750 konkurrieren auf dem Buchmarkt unterschiedlichste Periodika – vermischte Magazine, Rezensionsjournale, Moralische Wochenschriften –, die in Fachstudien, populären Essays, Lehrgedichten oder fiktionalen Erzählungen naturkundliche Inhalte an eine nicht minder vielfältige Leserschaft vermitteln. So entsteht eine populäre, öffentliche Akademie der Natur für das interessierte Bürgertum.
Der vorliegende Band sondiert dieses noch weitgehend unerschlossene Feld naturkundlichen Zeitschriftenwissens des 18. Jahrhunderts.
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Leser am Narrenseil Vom rhetorischen Einsatz naturwissenschaftlicher Methoden im „Reich der Natur und der Sitten“: Misia Sophia Doms, Peter Klingel

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Das Reich der Natur und der Sitten (1757–1762),1 das mit den Moralperiodika Der Gesellige (1748–1750), Der Mensch (1751–1756) und Der Glückselige (1763–1768) einen gemeinsamen Wochenschriftenzyklus bildet, wird in der Forschung in erster Linie mit den Namen Georg Friedrich Meier (1718–1777) und Samuel Gotthold Lange (1711–1781) assoziiert.2 Genauere Angaben zur Verfasser- bzw. Herausgeberfrage finden sich in der Vorrede des 12. und letzten Bandes dieser Zeitschrift. Sie macht zunächst deutlich, dass etliche Stücke der Wochenschrift anderen – meistenteils gelehrten – Beiträgern ihre Existenz verdanken.3 Die Letzteren bleiben in der Vorrede teilweise anonym, teilweise werden ihre Initialen oder sogar ihre vollständigen Namen angeführt. Unterzeichnet ist die Vorrede weder von Lange noch von Meier, sondern von einem gewissen „J. P. M.“ (Bd. 12, Vorrede, Bl. *3v), einer Person, ← 199 | 200 → die Übersicht über die gesamte Entstehungsgeschichte der Zeitschrift hat und durchgängig an ihr mitgewirkt zu haben scheint. J. P. M.s Argumentation lässt es sogar gerechtfertigt erscheinen, ihn (wenigstens zum Zeitpunkt des Erscheinens von Bd. 12) als Hauptherausgeber zu betrachten. Als Entstehungsort der Vorrede ist Halle4 genannt.

Es erscheint naheliegend, dass sich hinter den Initialen „J. P. M.“ der evangelische Theologe und Mosheim-Schüler Johann Peter Miller (1725– 1789) verbirgt, der von 1756–1766 als Gymnasialdirektor in Halle wirkte und anschließend auf eine Professur an die Universität Göttingen berufen wurde. Miller publizierte mehrere praktisch-philosophische Schriften, so 1772 eine Einleitung in die Moral und 1774 ein Lehrbuch der...

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