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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXVII. Jahrgang / 2015

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Dieser Jahrgangsband der Simpliciana enthält elf Vorträge, die während der Tagung zum Thema Grimmelshausens Der seltzame Springinsfeld Mitte Juni 2015 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Sieben weitere Beiträge ergänzen das neue Jahrbuch. Die Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» bietet Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler, zu anderen Autoren und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.
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Miszellen aus der Werkstatt der Grimmelshausen- und Moscherosch-Forschung. Neue Quellen im Nachlaß Ernst Batzer im Stadtarchiv Offenburg

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Seit 1917 war Dr. Ernst Batzer (1882–1938) – im Hauptberuf Lehrer an der Offenburger Oberrealschule – Kustos am städtischen Museum und Archiv. Schon sehr viel früher hatte er die Aufgaben des Schriftleiters der Ortenau, der Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden (den er zusammen mit anderen 1910 gegründet hatte) übernommen. Bereits das erste Heft der Ortenau brachte Beiträge des engagierten Historikers. Grimmelshausen und die Familie von Schauenburg waren zunächst sein Thema, bald auch die beiden anderen Barockautoren der Ortenau, Johann Michael Moscherosch und dessen Bruder Quirin aus Willstätt.

Der unermüdlich und ehrenamtlich tätige Batzer hat sich große Verdienste um die Geschichtsschreibung Offenburgs und der Ortenau erworben, wie selbst seine Gegner in den Nachrufen anlässlich seines Todes 1938 feststellen mussten. Batzer war nämlich im Dritten Reich aus allen seinen Ämtern verdrängt worden. Dies aber nicht nur, weil er die „nationalsozialistische Geschichtsschreibung“ nicht anerkannte oder praktizierte, wie man ihm – und ihn damit posthum ehrend – vorwarf, sondern vor allem, weil er eine jüdische Ehefrau (Albertine, geb. Weiner) hatte und daher „jüdisch versippt“ im Jargon der Nationalsozialisten war. Er starb am 19. August 1938 in München auf einer Forschungs- und Studienfahrt. Seine Frau überstand die Zeit des Nationalsozialismus unter großen Gefahren. Nach dem Krieg lebte sie wieder in Offenburg, wo man schließlich einer Straße den Namen ihres Mannes gab.

Bei der Auflösung des Inventars anlässlich des Verkaufs des...

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