Show Less
Restricted access

Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXV. Jahrgang / 2013

Series:

In Band 35 (2013) der Simpliciana werden sechzehn Vorträge veröffentlicht, die während einer Tagung mit dem Rahmenthema «Der Teutsche Michel. Kulturpatriotismus und Sprachverhalten im Werk Grimmelshausens und in der oberrheinischen Literatur der Frühen Neuzeit» Mitte Juni 2013 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Darüber hinaus erscheinen in diesem Jahrbuch drei weitere Beiträge zum Werk des simplicianischen Autors und ein Aufsatz zum Fortleben der Figur des deutschen Michels in Karikatur und Volkskunde in Böhmen. Der Rezensionsteil berichtet wie gewohnt über Neuerscheinungen zu Grimmelshausen und zur Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit.
Show Summary Details
Restricted access

Johann Rists Rettung der Edlen Teutschen Hauptsprache. Eine satirische Präsentation barocker Sprachpragmatik und ihre Spuren im Teutschen Michel von Grimmelshausen und im Horribilicribrifax Teutsch von Gryphius: Dirk Niefanger

Extract

DIRK NIEFANGER (Erlangen-Nürnberg)

Johann Rists Rettung der Edlen Teutschen Hauptsprache.

Eine satirische Präsentation barocker Sprachpragmatik und ihre Spuren im Teutschen Michel von Grimmelshausen und im Horribilicribrifax Teutsch von Gryphius

Im Zentrum des folgenden Beitrags steht Johann Rists eher unbekannte, unter Pseudonym erschienene Schrift Baptistæ Armati, Vatis Thalosi. Rettung der Edlen Teutschen Hauptsprache/ Wider alle deroselben muthwillige Verderber und alamodesirende Auffschneider/ In unterschiedenen Briefen/ allen dieser prächtigsten und vollenkommensten Sprache auffrichtigen teutschen Liebhaberen für die Augen gestellet von 1642. Der Autor beginnt die satirische Verteidigung des Deutschen mit einer geselligen Kommunikationssituation, die an seine 24 Jahre später erscheinenden wesentlich berühmteren Monatsunterredungen erinnert: „Bey einer sehr prächtigen Mahlzeit“, so setzt die Widmungsvorrede ein, habe einmal Darius, der König von Persien, folgende Frage zur Diskussion gestellt: „Welches unter diesen vieren für das allerstärckeste were zu halten: Ob nemblich der Wein/ der König/ das Weib oder die Wahrheit?“1 Widmungsempfänger ist Claus Seestett, der fürstlicherzbischöflich wohlbestellte Hofmarschall von Bremen, dem Rist 1643 auch eine Hochzeitsrede hielt. Den Beginn der Sprachsatire kann man nicht nur wegen des klaren Ergebnisses der Umfrage programmatisch lesen, sondern auch wegen der hier entworfenen und später wieder aufgenommenen Diskursanordnung. Serubbabel – bei Rist latinisiert Zorobabel –, Statthalter des Königs in der jüdischen Provinz und Vorfahre Christi aus dem Hause Davids, gibt allein die richtige Antwort: Natürlich nicht der König, das Weib oder der Wein, sondern die (christ...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.