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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXV. Jahrgang / 2013

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In Band 35 (2013) der Simpliciana werden sechzehn Vorträge veröffentlicht, die während einer Tagung mit dem Rahmenthema «Der Teutsche Michel. Kulturpatriotismus und Sprachverhalten im Werk Grimmelshausens und in der oberrheinischen Literatur der Frühen Neuzeit» Mitte Juni 2013 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Darüber hinaus erscheinen in diesem Jahrbuch drei weitere Beiträge zum Werk des simplicianischen Autors und ein Aufsatz zum Fortleben der Figur des deutschen Michels in Karikatur und Volkskunde in Böhmen. Der Rezensionsteil berichtet wie gewohnt über Neuerscheinungen zu Grimmelshausen und zur Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit.
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Die Aktualität von Grimmelshausens Sprachschrift Teutscher Michel im 19. Jahrhundert. Ein Überblick über die Rezeption zwischen 1810 und 1864: Jakob Koeman

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JAKOB KOEMAN (Maartensdijk)

Die Aktualität von Grimmelshausens Sprachschrift Teutscher Michel im 19. Jahrhundert. Ein Überblick über die Rezeption zwischen 1810 und 1864

Einleitung: Romantische Logotherapie

Das Thema der vorliegenden Untersuchung ist die Wiederaufnahme und Aktualisierung von Grimmelshausens Schrift Deß Weltberuffenen SIMPLICISSIMI Pralerey und Gepräng mit seinem Teutschen Michel (1673) in der fiktionalen und nicht-fiktionalen Literatur zwischen Romantik und Reichsgründung. Das „Traktätl“ (im dreisilbigen Wort fehlt das e in der Endsilbe),1 das der sehr belesene Schultheiß von Renchen als humoristisch-kritischen, anekdotenreichen Beitrag zu der damals von Sprachgelehrten und Schriftstellern geführten Diskussion über eine normative Orthographie der „teutschen“ Sprache und einen angemessenen literarischen Stil verfasst hat, wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als Napoleons Diktatur sich über große Teile des 1806 aufgehobenen deutschen Reichsterritoriums erstreckte, im Rahmen der romantischen Rückbesinnung auf die „altdeutsche“ Kultur neu entdeckt. Erste Anzeichen des Interesses für die Werke Grimmelshausens finden sich in frühromantischen Texten, u. a. in den Tagebuchnotizen, die der 22-jährige Jurastudent Joseph von Eichendorff während seines Aufenthalts in Berlin gemacht hat. Vom 20. November 1809 bis zum 4. März 1810 wohnte er dort mit seinem älteren Bruder Wilhelm in der damaligen Königsstraße Nr. 20.2 Etwa ein Jahr zuvor, am 3. Dezember 1808, war die letzte französische Garnison aus der preußischen Hauptstadt abgezogen. Am 23. Dezember 1809 sind die beiden Brüder Zeu ← 187 | 188 → gen der feierlichen Rückkehr des Königspaars...

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