Show Less
Restricted access

Interkulturelle Literatur in deutscher Sprache

Zehn Autorenporträts

Series:

Edited By Carmine Chiellino and Szilvia Lengl

Von Sprachwechslern im Kontext der Einwanderung und des politischen Exils auf den Weg gebracht, hat die interkulturelle deutschsprachige Literatur im Laufe von mehr als fünf Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht, deren Ausdruckspotential bei weitem noch nicht erschöpft ist. Ihre thematische und ästhetische Vielfalt ist primär auf die Herkunftssprachen und -kulturen sowie existentiellen Erfahrungen der daran beteiligten Sprachwechsler zurückzuführen, die sich auf die deutsche Sprache und Kultur als Werkzeug und Raum ihres Schreibens vorbehaltlos eingelassen haben. In dem vorliegenden Band werden folgende 10 Dichter und Romanciers exemplarisch vorgestellt: Cyrus Atabay, Zsuzsa Bánk, Artur Becker, Franco Biondi, Libuše Moníková, Terézia Mora, José F.A. Oliver, Yoko Tawada, Galsan Tschinag und Aglaja Veteranyi.
Show Summary Details
Restricted access

José F. A. Oliver. Vom Auf-bruch bis zum fahrtenschreiber: Der Werdegang eines interkulturellen lyrischen Ichs

Extract



I. Einführungsworte

Der Dichter José Francisco Agüera Oliver ist zweifellos eine der kreativsten Stimmen der Gegenwartsdichtung in deutscher Sprache. Seine dichterische Laufbahn spiegelt eine bewusste interkulturelle Zugehörigkeit wider. Aus ihr sind bisher 12 Gedichtbände entstanden, die ein höchst experimentelles, und von daher komplexes ästhetisches Projekt vorweisen.

Wenn die interkulturelle Literatur als eine in einer interkulturellen Sprache verfassten aufgefasst wird, und wenn diese Sprache das Kulturgedächtnis der Muttersprache des Dichters bzw. seines lyrischen Ichs in sich aufnimmt, dann ist das Werk Olivers das beste Beispiel für die Komplexität, die den Dialog zwischen den genannten Komponenten im Moment des Schreibens herzustellen vermag. Dabei ist Komplexität immer sowohl als Reichtum – von daher auch die Schönheit seiner Lyrik – als auch als Risiko zu verstehen. In diesem Fall besteht das Risiko darin, sich auf eine solipsistische Lyrik zuzubewegen. Auf Grund der Transparenz seiner Entwicklung gibt das schöpferische Projekt Olivers dem Leser die Möglichkeit zu entdecken, wie diese interkulturelle Sprache geschaffen wird, wie der Dichter dabei vorgeht, welche ihre Reichtümer und auch ihre Grenzen sind.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.