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Interkulturelle Literatur in deutscher Sprache

Zehn Autorenporträts

Series:

Carmine Chiellino and Szilvia Lengl

Von Sprachwechslern im Kontext der Einwanderung und des politischen Exils auf den Weg gebracht, hat die interkulturelle deutschsprachige Literatur im Laufe von mehr als fünf Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht, deren Ausdruckspotential bei weitem noch nicht erschöpft ist. Ihre thematische und ästhetische Vielfalt ist primär auf die Herkunftssprachen und -kulturen sowie existentiellen Erfahrungen der daran beteiligten Sprachwechsler zurückzuführen, die sich auf die deutsche Sprache und Kultur als Werkzeug und Raum ihres Schreibens vorbehaltlos eingelassen haben. In dem vorliegenden Band werden folgende 10 Dichter und Romanciers exemplarisch vorgestellt: Cyrus Atabay, Zsuzsa Bánk, Artur Becker, Franco Biondi, Libuše Moníková, Terézia Mora, José F.A. Oliver, Yoko Tawada, Galsan Tschinag und Aglaja Veteranyi.
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Yoko Tawada: Vom Verwandeln im Schreiben auf Reisen

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I. Einleitung

Innerhalb der deutschsprachigen interkulturellen Literatur nimmt das Werk der in Japan geborenen, in Berlin lebenden Schriftstellerin Yoko Tawada eine Ausnahmestellung ein. Es ist zweisprachig und bewegt sich zwischen der westlichen und fernöstlichen Kultur. Seit Ende der achtziger Jahre wächst unter ihrer Feder kontinuierlich ein Werk auf Deutsch und eines auf Japanisch heran. Beide sind mit einem annähernd gleich großen Erfolg in Deutschland und in Japan veröffentlicht und mit renommierten Literaturpreisen in beiden Ländern ausgezeichnet worden.

Tawadas deutschsprachiges Werk, das im Folgenden vorgestellt wird, zeichnet sich durch eine erstaunliche Gattungsvielfalt aus. Ihre prosaischen, poetischen, dramatischen, essayistischen, poetologischen Texte und literaturwissenschaftlichen Reflexionen sind im Tübinger konkursbuch Verlag veröffentlicht. Ihre Bücher sind vereinzelt zweisprachig erschienen, oftmals in Bänden mit reizvollen Motiven aus der Malerei der Fontainebleau-Schule verzierten Umschlägen. Neben Tawadas Impressionen zur zeitgenössischen Kunst, wie zum Beispiel zu den Fotografien von Mario Ambrosio oder zur Malerei von Hyun-Sook Song, ist seit ihrem Opernlibretto Was ändert der Regen an unserem Leben? und ihrer CD diagonal auch das Medium der Musik ein Resonanzkörper ihres Schreibens geworden.

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