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Interkulturelle Literatur in deutscher Sprache

Das große ABC für interkulturelle Leser

Series:

Carmine Chiellino

Als Leser, Herausgeber und Forscher von interkultureller Literatur hat Carmine Chiellino im Laufe von drei Jahrzehnten eine elementare deutschsprachige Terminologie erarbeitet, um über seine Erfahrungen mit der interkulturellen Literatur in Westeuropa und in Nordamerika anders als in den geläufigen Diskursen zu denken und zu schreiben. Die Terminologie ist aus der schlichten Notwendigkeit hervorgegangen, Schreibmodelle und Strategien, eigene Motivationen und fremde Zwänge beim Sprachwechsel, interkulturelle Lebensläufe und Entstehungskontexte, Projekte und Fragestellungen, die in Werken von interkulturellen Schriftstellern aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturräumen vorkommen, stichwortartig zu erfassen. Dieser Band stellt rund 100 Stichwörter vor, die durch Textbeispiele, Werkbeispiele, Autorenbeispiele oder Kontextbeispiele erläutert werden und den Leser unterstützen sollen, die betreffenden Werke interkulturell lesen zu können. Die Textbeispiele sind in der Originalsprache und mit der deutschen Übersetzung wiedergegeben.
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Zugehörigkeit → Loyalitäten u. Zugehörigkeiten

Zweisprachigkeit in der Interkulturalität

Unter Zweisprachigkeit in der Interkulturalität ist nicht die mehr oder weniger perfekte Beherrschung der eigenen und fremden Sprache gemeint, sondern die Tatsache, dass der Sprecher in zwei Sprachen lebt.

Textbeispiel 1

Am Ende seiner analytischen Erinnerungen über sein Leben als Gymnasiast in französischer Sprache, schreibt Jorge Semprun:

En somme, du point de vue de la langue, je ne devins pas français mais bilingue. Ce qui est tout autre chose, de bien plus complexe, on peut l’imaginer.

Kurz, im Hinblick auf die Sprache wurde ich nicht französisch, sondern zweisprachig. Was etwas ganz anderes ist. Komplexeres ist, wie man sich denken kann.268

Die angesprochene Komplexität hat mit dem dialogischen Umgang der Sprachen untereinander zu tun, aber auch mit der sonderbaren Tatsache, dass es Sprachwechslern nicht gegeben ist, einfach zwischen den Sprachen zu pendeln. Sprecher von verschiedenen Sprachen können im Gegensatz zu Sprachwechslern in ihrer (→) Herkunftssprache leben, während sie die verschiedenen anderen Sprachen je nach Bedarf und Lebenslage verwenden können. Der Sprachwechsler hingegen lebt nach wie vor in seiner Herkunftssprache, aber gleichzeitig in der Sprache des Landes, in dem sein sozialer Alltag stattfindet und in dem er seinem Beruf ausübt, wie aus folgendem Textbeispiel zu entnehmen ist. ← 221 | 222 →

Textbeispiel 2

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