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Streiflichter

Deutsche Literatur und Publizistik zwischen Kaiserreich und sechziger Jahren

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Friedrich Albrecht

In den hier zusammengestellten 17 Aufsätzen zu Literatur und Publizistik spiegeln sich die kritischen Phasen deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert auf vielfältige Weise: der Großmachtchauvinismus des deutschen Kaiserreichs und speziell Wilhelms II., die vier Jahre Völkermord im 1. Weltkrieg, die verratene Revolution von 1918/19, die dem Untergang zutreibende Weimarer Republik, die barbarischen Zustände im Dritten Reich Hitlers und schließlich die Spannungen nach 1945 im Kalten Krieg. Dargestellt werden diese Probleme anhand des Schaffens hoch begabter deutscher Dichter und Publizisten, die heute kaum noch bekannt sind.
Wer erinnert sich noch an den genialen, mit 24 Jahren verstorbenen Dichter Georg Heym, wer an die streitbaren Publizisten Maximilian Harden und Wilhelm Herzog, wer an den mit 25 Jahren im Rhein ertrunkenen Romancier Rudolf Braune, wer an Willi Bredel, dessen Roman über sein Martyrium im KZ Fuhlsbüttel seinerzeit in 17 Sprachen übersetzt wurde? Neue Arbeiten über Anna Seghers beschließen den Band. Die letzte von ihnen ist ein Essay, der unter dem Titel «Anschreiben gegen das Vergessen» ein Grundmotiv ihres gesamten Schaffens verfolgt.
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Ost und West. Eine Zeitschrift im Kalten Krieg

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Die Zeitschrift Ost und West – Untertitel «Beiträge zu kulturellen und politischen Fragen der Zeit» – erschien vom Juli 1947 bis zum Dezember 1949 in Ostberlin. Ihr Begründer und Herausgeber war Alfred Kantorowicz, eine bekannte Gestalt der deutschen Literaturgeschichte. Vom November 1947 bis zum September 1949 stand ihm der Publizist Maximilian Scheer als Chefredakteur zur Seite, jedoch wurde die Zeitschrift in allen grundsätzlichen Belangen von Kantorowicz geprägt.2 Wie allgemein bekannt, ist Kantorowicz im Jahre 1957 aus der DDR in die Bundesrepublik geflohen und hat in der Folge die gesamte vorangegangene Geschichte seines Lebens und Wirkens einer kritischen Revision unterzogen. Diese betraf auch die Zeitschrift Ost und West. Auf die sich daraus ergebende Problematik kann nur in aller Kürze am Schluss dieser Arbeit hingewiesen werden.

In einer Würdigung von Alfred Kantorowicz’ Lebenswerk heißt es, die Zeitschrift stelle «einen Versuch von hohem Niveau dar, aus dem beginnenden Kalten Krieg herauszukommen und eine deutsche Mittlerstellung im Sinne der besten humanistischen Tradition zu begründen».3 Der beginnende Kalte Krieg: Als im Juli 1947 das erste Heft der Zeitschrift erschien, war schon hinreichend klar, dass das Bündnis zwischen den westlichen Alliierten und der Sowjetunion im Kampf gegen den deutschen und internationalen ← 145 | 146 → Faschismus zerbrochen war. Die Anzeichen wachsender Spannungen ließen sich nicht mehr übersehen: Churchills Rede in Fulton lag schon sechzehn Monate zurück, die Verkündung der Truman-Doktrin vier Monate, und fast zeitgleich mit dem Erscheinen des ersten Heftes fand in Paris die...

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