Show Less
Restricted access

Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium- Berlin 2011

Massen und Medien bei Alfred Döblin

Series:

Stefan Keppler-Tasaki

Das «Kollektivwesen Mensch» hat die literarische Imagination und das intellektuelle Verantwortungsbewusstsein Alfred Döblins bis an die Grenzen der Sprache herausgefordert. Der Schriftstellerarzt verfolgte das Phänomen der Masse im Leben der Großstädte, in den Weltkriegen und in globalen Migrationsbewegungen. Es motiviert die exuberanten Textmassen seiner Romane ebenso wie seine experimentierfreudigen Feuilletons, Radio- und Filmtexte, die auf ein Massenpublikum hin angelegt sind. Die «richtige Einstellung auf die Masse» wurde ihm zu Problem und Aufgabe neuer literarischer Repräsentationsformen und einer medialen Massenbildung.
Der Band dokumentiert das 18. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2011 zum Thema «Massen und Medien bei Alfred Döblin» in Berlin tagte und auch für den Massendiskurs einschlägige Autoren wie Ernst Toller und Hans Fallada berücksichtigte.
Show Summary Details
Restricted access

Alfred Döblin in der Berliner Freien Studentenschaft: Mit unbekannten Briefen und Artikeln Döblins: Christina Althen

Extract

Alfred Döblin in der Berliner Freien Studentenschaft

Mit unbekannten Briefen und Artikeln Döblins

Christina Althen

Neben der eigenen schriftstellerischen Produktion engagierte Döblin sich immer auch für andere Künstler und übernahm Verantwortung in Institutionen und Verbänden.1 Sein erstes Wahl- und Ehrenamt war die Tätigkeit als Erster Vorsitzender der literarischen Abteilung der Berliner Freien Studentenschaft (Finkenschaft). Dies wird in der Literatur regelmäßig erwähnt, aber genauere Angaben dazu fehlen bislang. Aus dem unten erstmals veröffentlichten Briefwechsel mit Richard Dehmel im Vorfeld der Dehmel-Rezitation im März 1904 (Abb. 1) gehen nähere Informationen zu der Veranstaltung und zur Finkenschaft hervor. Die Freistudentenschaft, in der Döblin als Medizin- und Philosophiestudent aktiv war, verfügte über eine Geschäftsstelle, Briefkopf und Stempel mit Jugendstil-Ornament und gab eine Hochschulzeitung heraus, an der Döblin mitarbeitete. Angesichts dieser Erkenntnisse war es ergiebig, Döblins Engagement in der Berliner Finkenschaft näher zu erforschen. Eine wichtige Einsicht ist, dass die Finkenschaft Döblins Berliner Studienzeit von Anfang an prägte und er sich in dieser Organisation unmittelbar unter den Protagonisten der literarischen und künstlerischen Avantgarde bewegte. Wahlverwandtschaften, Netzwerke und Bindungen bildeten sich, die für Döblin lebenslang von Bedeutung blieben.

Die sogenannten Finkenschaften (an Technischen Universitäten Wildenschaften genannt) waren Ende des 19. Jahrhunderts entstanden durch die selbstbewusste Umkehrung eines Spottnamens: Korporierte Studenten pflegten Nichtkorporierte als Finken oder Wilde zu titulieren. Die Freien Studentenschaften strebten gesamtstudentische Vertretungen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.