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Einführung in die germanistische Linguistik

Elke Hentschel and Theo Harden

Die vorliegende Einführung besteht aus 16 Einheiten, die alle so konzipiert sind, dass sie auch unabhängig voneinander gelesen werden können. Jedes Kapitel führt in einen bestimmten Bereich der Linguistik ein: in Semantik, Sprachgeschichte, Spracherwerb, mentales Lexikon, Pragmatik, Dialektologie, Phonetik, usw. Als Ausgangspunkt und Kapitelüberschrift dienen dabei beispielsweise Fragen wie «Können Wörter müde machen?» (Semantik), «Gibt es Sprachen ohne Grammatik?» (Syntax), «Was ist Deutsch eigentlich für eine Sprache?» (Sprachgeschichte) oder «Wo sind die Wörter im Kopf und wie greift man auf sie zu?», die zugleich das Konzept dieses Buches illustrieren: Die wichtigsten linguistischen Themenkomplexe und Grundlagen sollen nicht nur in leicht zugänglicher und gut verständlicher Form vermittelt werden, sondern es soll auch Neugier auf die Fragen geweckt werden, um die es jeweils geht. Vorkenntnisse werden dabei bewusst nicht vorausgesetzt. Da eine Einführung naturgemäß nur jeweils einen begrenzten Einblick in ein Themengebiet geben kann, werden am Ende jeder Einheit stets auch Literaturtipps zur weitergehenden und vertieften Beschäftigung mit dem behandelten Thema gegeben.
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Theo Harden: 2 Wo sind die Wörter im Kopf und wie greift man auf sie zu? Mentales Lexikon

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THEO HARDEN

2 Wo sind die Wörter im Kopf und wie greift man auf sie zu? Mentales Lexikon

Unser Wortschatz ist nicht in irgendeiner beliebigen Form im Kopf abgespeichert, sondern er folgt gewissen Ordnungsprinzipien. Die Frage, die sich hier stellt, ist: Wie sehen denn diese Prinzipien aus? Das mentale Lexikon ist, im Gegensatz zu vielen anderen Lexika – soviel ist aber wohl klar – nicht alphabetisch geordnet, und die Organisation scheint auch eher nicht der eines Thesaurus zu gleichen. Was es jedoch von normalen Datenbanken jeder Art unterscheidet, ist die spezielle Form der Organisation, die es uns erlaubt, mit sehr hoher Geschwindigkeit auf unser gespeichertes Wissen zuzugreifen. Sprechen und auch Hören sind so alltägliche und ständig präsente Vorgänge, dass man sich meist keine großen Gedanken darüber macht, was denn da nun genau abläuft. Aber bemerkenswert ist es schon, dass der normale muttersprachliche Sprecher ca. 15 Phoneme pro Sekunde produziert, aber eben nicht einfach nur als Absonderung von Geräuschen, sondern in Form von zwei bis drei Wörtern pro Sekunde, und dass der normale Hörer das Ganze in der entsprechenden Zeit auch sinnvoll verarbeitet. Was ist es also, das wir da so effizient abgespeichert haben? Und welche Art von Informationen sind es? Denn ganz offensichtlich sind es nicht nur die Wörter in der Form, wie wir sie in einem Wörterbuch (die Zitierform, auch Lemma genannt, Plural: Lemmata) finden, sondern sehr viel mehr, z....

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