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Testo e ritmi

Zum Rhythmus in der italienischen Sprache

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Edited By Elmar Schafroth and Maria Selig

Rhythmus, die Ordnung der Zeit durch Periodizität, ist eine anthropologische Konstante. Auch in Bezug auf das Sprachliche stellt sich daher die Frage, welche Formen Rhythmus in Sprache und Text annehmen kann und was seine Funktion ist. Die in diesem Band vereinten Beiträge untersuchen rhythmische Phänomene auf den verschiedensten Ebenen der sprachlichen Strukturbildung. Gefragt wird nach der Gegenüberstellung von silben- und akzentzählenden Sprachen, nach den Fortschritten, die neuere rhythmustypologische Theorien in diesem Bereich erbracht haben, nach der Persistenz silben- bzw. akzentrhythmischer Strukturen im Sprachkontakt und nach den Wechselwirkungen zwischen Prosodie und Syntax. Gegenstand der Untersuchung ist außerdem Rhythmus als Erkennungsmerkmal von Textsorten, die Übersetzbarkeit eurythmischer Textstrukturen und die Beziehung zwischen Sprachrhythmus und Musik. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die rhythmische Überformung der Linearität des Sprachlichen mit den körperlichen und kognitiven Grundbedingungen unserer Kommunikation und mit der spezifischen Semantiziät von Sprache und Text auf vielfältige Weise interagiert.

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Stephan Schmid: Silbenstrukturen und Dauerverhältnisse in italo-romanischen Dialekten

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Silbenstrukturen und Dauerverhältnisse in italo-romanischen Dialekten Stephan Schmid 1. Einleitung Die Hypothese, dass sich die italo-romanischen Dialekte bezüglich ihrer rhythmischen Eigenschaften unterscheiden, ist nicht neu. So hatten bereits Trumper/Romito/Maddalon (1991) aufgrund der Messung von Vokaldauern ein Kontinuum postuliert, das sich von „silbenzählenden“ zu eher „akzent- zählenden“ Dialekten erstreckt; umgekehrt skizzierte Eva Mayerthaler (1996) eine ähnliche Dialektklassifikation anhand von diachronen Prozessen, wel- che die Silbenstruktur verändern. Der vorliegende Beitrag unternimmt nun den Versuch, die Hypothese eines solchen Dialektkontinuums aus zwei kom- plementären Forschungsperspektiven zu verifizieren: Zunächst werden die Silbenstrukturen in einer Reihe von Dialekten untersucht, während an- schließend für dieselben Dialekte bestimmte „Rhythmusmaße“ aufgrund von Dauermessungen berechnet werden. Methodologisch verbindet die vorliegende Untersuchung somit zwei For- schungsstränge, die im Anschluss an die Falsifizierung der traditionellen „Isochronie-Hypothese“ entstanden sind. Auf der einen Seite knüpft sie an Arbeiten zur phonologischen Typologie an, wo man manchmal auch mit ei- ner Dichotomie von „Silbensprachen“ und „Wortsprachen“ operiert (Auer 1993, 2001). Auf der anderen Seite verwendet sie akustische Korrelate, die im Rahmen der sogenannten „Hypothese der Rhythmusklassen“ (Ramus/ Nespor/Mehler 1999) formuliert worden sind. Der Beitrag ist wie folgt gegliedert: In den ersten beiden Abschnitten werden der theoretische und forschungsgeschichtliche Rahmen sowie die bisherigen Dialektklassifikationen skizziert, während in den folgenden bei- den Abschnitten die Resultate der phonotaktischen und akustischen Analy- se vorgestellt werden. Stephan Schmid 46 2. Neuere Ansätze in der linguistischen Rhythmusforschung Den Ausgangspunkt für die neuere linguistische Rhythmusforschung bildet...

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