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Testo e ritmi

Zum Rhythmus in der italienischen Sprache

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Edited By Elmar Schafroth and Maria Selig

Rhythmus, die Ordnung der Zeit durch Periodizität, ist eine anthropologische Konstante. Auch in Bezug auf das Sprachliche stellt sich daher die Frage, welche Formen Rhythmus in Sprache und Text annehmen kann und was seine Funktion ist. Die in diesem Band vereinten Beiträge untersuchen rhythmische Phänomene auf den verschiedensten Ebenen der sprachlichen Strukturbildung. Gefragt wird nach der Gegenüberstellung von silben- und akzentzählenden Sprachen, nach den Fortschritten, die neuere rhythmustypologische Theorien in diesem Bereich erbracht haben, nach der Persistenz silben- bzw. akzentrhythmischer Strukturen im Sprachkontakt und nach den Wechselwirkungen zwischen Prosodie und Syntax. Gegenstand der Untersuchung ist außerdem Rhythmus als Erkennungsmerkmal von Textsorten, die Übersetzbarkeit eurythmischer Textstrukturen und die Beziehung zwischen Sprachrhythmus und Musik. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die rhythmische Überformung der Linearität des Sprachlichen mit den körperlichen und kognitiven Grundbedingungen unserer Kommunikation und mit der spezifischen Semantiziät von Sprache und Text auf vielfältige Weise interagiert.

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Matthias Heinz: Zur rhythmischen Gestaltung italienischer Medientexte: zwischen informationeller Strukturierung und Autonomie der prosodischen Ebene

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Zur rhythmischen Gestaltung italienischer Medien- texte: zwischen informationeller Strukturierung und Autonomie der prosodischen Ebene Matthias Heinz 1. Zur Einführung Bestimmte Typen mündlicher Texte sind im Italienischen in charakteristi- scher Weise rhythmisch, das heißt durch eine Kombination von prosodisch- temporalen Merkmalen, etwa regelmäßig verteilten, rekurrenten Pausierung- en, Intonationsverläufen etc., markiert. Meine folgenden Betrachtungen rich- ten sich auf prosodische Phänomene in gesprochenen italienischen Medien- texten und gehen von Radionachrichten mit ihrer nicht nur textuell-gram- matischen, sondern auch lautlich charakteristischen Oberflächengestaltung aus (vgl. z.B. Diadori 1997: 110). Die Frage, inwieweit Textstruktur und pro- sodische Verfasstheit Hinweise für je autonome, voneinander trennbare Ebenen der Gliederung aufweisen, hat diskurspragmatische (Informations- struktur), varietätenlinguistische (Diaphasik) und allgemein prosodische (bzw. prosodietheoretische) Implikationen. Sie zielt auf den Zusammenhang zwischen Text und rhythmischen Mustern, der im Phänomenkomplex der „Text(sorten)prosodie“ (vgl. Heinz 2006) manifest wird; damit situiert sich die Fragestellung an einer sprachsystematischen Schnittstelle. Die kognitionswissenschaftliche und psycholinguistische Dimension der oberflächlich automatisiert und höchst effizient erscheinenden Wahrneh- mung flüssig gesprochener Sprache stellen Frauenfelder/Floccia (1999: 1) heraus: Gesprochene Sprache zu hören zählt zu unseren bevorzugten Tätigkeiten. […] Zum Glück erfolgt die Verarbeitung unserer Muttersprache in den meisten Fällen schnell, automatisch und effizient. Doch verbirgt sich hinter dieser bemerkenswerten und scheinbar mühelosen Fähigkeit […] in Wirk- lichkeit ein sehr komplizierter kognitiver Mechanismus (Frauenfel- der/Floccia 1999: 1). Matthias Heinz 238 Gesprochene Nachrichtentexte, die sich prosodisch unter anderem durch eine besonders hohe Flüssigkeit (fluency)...

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