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Carl Stumpfs Berliner Phonogrammarchiv

Ethnologische, musikpsychologische und erkenntnistheoretische Perspektiven

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Edited By Martin Ebeling

Der Band versammelt Vorträge, die auf der 4. Jahrestagung der Carl-Stumpf-Gesellschaft gehalten wurden. Die Tagung fand im Ethnologischen Museum Berlin und dort an dem von Carl Stumpf 1900 gegründeten Phonogrammarchiv statt. Dementsprechend behandeln die meisten Beiträge Forschungen der Musikethnologie aus unterschiedlichen erkenntnistheoretischen Perspektiven. Der Band präsentiert sowohl aktuelle Arbeiten als auch Untersuchungen, die an die Forschungen von Stumpf oder seinen Schülern anknüpfen. Daneben diskutieren die Autoren Schriften von Stumpf zur Psychoakustik sowie zur musikpsychologischen Forschung und reflektieren die erkenntnistheoretischen Grundlagen von Stumpfs Werk (Wahrscheinlichkeit, Brentano und Stumpf zur Tonpsychologie, Gestaltpsychologie).

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Musik, Zeiterfahrung und kulturelle Evolution

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Zusammenfassung

Die Anfänge der Musik sind untrennbar mit einer Evolution des Zeit- und Identitätsbewusstseins verbunden, die den Übergang von der prähumanen zur humanen Phase kennzeichnet. Dies bedeutet, dass eine evolutionspsychologische Interpretation dieses „Tier-Mensch-Übergangsfeldes“ zwangsläufig zu kurz greift, wenn man sie auf einzelne Phänomenbereiche wie etwa die Entstehung bestimmter Formen kreativen Ausdrucks beschränkt. Die Frage nach den „Anfängen der Musik“, die Carl Stumpf am Beginn des 20. Jahrhunderts stellte, wurde in den letzten Jahren durch eine beeindruckende Anzahl von Forschungspublikationen thematisiert (siehe dazu etwa die Sammelpublikationen von Wallin, Merker & Brown, 2000, Deliège et al., 2009/10, oder Bannan, 2012), in denen aber die phänomenologische Frage nach den bewusstseinsmäßigen Voraussetzungen der Erfahrbarkeit musikalischer Phänomene weitgehend vernachlässigt wird. Im Anschluss daran wird diskutiert, inwieweit Stumpfs Schrift tatsächlich bereits „Impulse in Richtung auf eine kognitive Theorie der musikalische Evolution“ (de la Motte-Haber, 2012) gesetzt hat, die mit den aktuellen theoretischen und empirischen Erkenntnissen in Einklang zu bringen ist.

Abstract

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