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Carl Stumpfs Berliner Phonogrammarchiv

Ethnologische, musikpsychologische und erkenntnistheoretische Perspektiven

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Edited By Martin Ebeling

Der Band versammelt Vorträge, die auf der 4. Jahrestagung der Carl-Stumpf-Gesellschaft gehalten wurden. Die Tagung fand im Ethnologischen Museum Berlin und dort an dem von Carl Stumpf 1900 gegründeten Phonogrammarchiv statt. Dementsprechend behandeln die meisten Beiträge Forschungen der Musikethnologie aus unterschiedlichen erkenntnistheoretischen Perspektiven. Der Band präsentiert sowohl aktuelle Arbeiten als auch Untersuchungen, die an die Forschungen von Stumpf oder seinen Schülern anknüpfen. Daneben diskutieren die Autoren Schriften von Stumpf zur Psychoakustik sowie zur musikpsychologischen Forschung und reflektieren die erkenntnistheoretischen Grundlagen von Stumpfs Werk (Wahrscheinlichkeit, Brentano und Stumpf zur Tonpsychologie, Gestaltpsychologie).

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Vorwort

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,Ethnologie‘ bildete sich als systematische wissenschaftliche Disziplin im 19. Jahrhundert zu einer vergleichenden Völkerkunde heraus. Ihr Gegenstand waren Analyse und Vergleich ethnischer Gruppen, kulturell relevanter Aktivitäten und Artefakte, politische, ethische, religiöse und soziale Formationen. Als Teilbereich der Ethnologie entstand zur selben Zeit in Deutschland auch eine Musikethnologie, die sich das Sammeln, Vergleichen und Analysieren außereuropäischer Musik auf die Fahne geschrieben hatte. Zu Beginn hatte die Musikethnologie noch mit methodischen Schwierigkeiten zu kämpfen, solange die außereuropäische Musik nur mündlich tradiert wurde und aus ihrer Verschriftlichung (Notation) Probleme der Interpretation des Gehörten erwuchsen. Das änderte sich, als nach der Erfindung des Phonogramms durch Thomas Edison Aufzeichnungen auf Wachswalzen möglich wurden und für die Analyse von Tondokumenten objektive‘ Grundlagen verfügbar gemacht werden konnten.

In Deutschland initiierte Carl Stumpf den Anfang mit der Idee einer systematischen Sammlung von Tondokumenten und Musikinstrumenten. 1893 nach Berlin an die damalige Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt-Universität) berufen, gründete Stumpf das Berliner psychologische Institut, in dem er einen Schwerpunkt auf Musikpsychologie legte. Bereits in den 1870erjahren hatte Stumpf als junger Hochschullehrer an der Universität in Würzburg mit experimentellen musikpsychologischen Untersuchungen begonnen, 1883, inzwischen von Prag nach Halle berufenden, veröffentlichte er den ersten Band der „Tonpsychologie“, dem innerhalb seiner Lehr- und Forschungstätigkeit an der Münchner Universität 1890 der zweite Band der „Tonpsychologie“ folgte. Noch in Halle hatte Stumpf seine anti-darwinistische Auseinandersetzung mit der englischen Musikpsychologie verfasst...

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