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Kommentare zum Buch Rut von Josef Kara

Editionen, Übersetzungen, Interpretationen – Kontextualisierung mittelalterlicher Auslegungsliteratur

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Ingeborg Lederer-Brüchner

Dieser Band versammelt verschiedene hebräische Kommentarfassungen zum Buch Rut, die dem Exegeten Josef Kara im 11. und 12. Jahrhundert in Nordfrankreich zugeschrieben werden können. Diese Kommentare sind textkritisch ediert, ins Deutsche übersetzt und detailreich analysiert. Im Kontext mittelalterlicher Bibelauslegung erörtert die Verfasserin die Kommentare. Dabei diskutiert sie die Verwendung sogenannter Glossenkommentare ebenso wie Fragen nach der Autorschaft mittelalterlicher Kommentare, ihre Bearbeitungen und die in den Kommentaren verwendeten Auslegungsarten. Besonders geht die Verfasserin auf die Rolle rabbinischer Traditionsliteraturen ein und behandelt philologische Grundlagenfragen. Durch die Studien der vorliegenden Kommentare ergibt sich eine neue Sicht auf mittelalterliche jüdische Bibelauslegung. Die Ausführungen beruhen auf Kommentaren zum Buch Rut in acht Manuskripten (z.B. Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz Ms.or.fol.1221, London – The British Library Add. 22413 und Zürich – Zentralbibliothek Ms Or 157), die durch Abbildungen veranschaulicht werden.
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10. Übersetzung MS Zürich, Zentralbibliothek Zürich, Or. 157

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10. Übersetzung MS Zürich, Zentralbibliothek Zürich, Or. 157

Fol. 462

Auslegung der fünf Megillot nach Rabbi Josef Kara sel. A. [zum] Buch Rut

[Zu Rut 1]

[Zu Rut 1,1]

Und es war zu der Zeit als die Richter richteten, und (da) war eine Hungersnot – Diese Hungersnot war eine von zehn Hungersnöten (RutR 1,4), die auf der Welt beschlossen worden waren. Und warum wurde [die Welt] geläutert, [dass] eine Hungersnot in dieser Generation aufkommen [musste]? Weil es [in] Israel [viele] Frevler gab in jener Generation.Und was (hat es damit auf sich), dass (es) Richter [und keine anderen Repräsentanten einer Staatsform] waren? Richter sind geeignet, ihnen [etwas] (an)zutun. [Aber in jener Generation] taten sie (den) Richtern [etwas an, und nicht die Richter ihnen, wie es umgekehrt sein sollte].522 Daher ist gesagt (שפוט השופטים) [zur Zeit des] Richtens der Richter, weil sie [selbst] ihre Richter richteten.523 Und dies ist eine von fünf [Bibelstellen,524 wo geschrieben steht (RutR 1,7 zu Rut 1,2)] Und es war zu der Zeit, die Schmerz bereitete.525 [Das war noch] bevor Shaul [als] König regiert[e], als die Generationen durch Richter versorgt worden waren. Und [dies alles geschah] zur Zeit Iwzans. Und (unsere) Lehrer sel. A. sagten: Iwzan, das ist Boaz.

Und ein Mann ging – Jede Stelle, an der [„und ein Mann ging,“ wie hier] gesagt wird, [da bedeutet dies, dass] es ein bedeutender Mann...

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