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Philologia sanat

Studien für Hans-Albrecht Koch zum 70. Geburtstag

Edited By Gabriella Rovagnati and Peter Sprengel

Medizin und Literatur stehen in einem so wechselvollen wie spannenden Dialog, der in zahlreichen Studien des dem Philologen und Bibliothekar Hans-Albrecht Koch gewidmeten Bandes beleuchtet wird – von der altgriechischen Komödie über das Volksbuch von Till Eulenspiegel zur Volksmedizin und Erfahrungsseelenkunde der Aufklärung und weiter über Klassik und Romantik bis hin zu Autoren und Diskursen des 20./21. Jahrhunderts. Andere Essays umspielen den roten Faden mit Seitenblicken auf Fellinis Antike-Rezeption, mittelalterliche Buchkunst und Sakralskulptur, Beethovens «Fidelio», Chamissos Langzeitwirkung und einen vergessenen Züricher Zeichner. Die Linie setzt sich fort mit neuem Material zum «Netzwerker» Rudolf Alexander Schröder und Einblicken in die aktuelle Architektur und Hochschulpolitik.

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Frühe Verflechtungen von Medizin und Literatur (Klaus Mathias)

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Klaus Mathias

Frühe Verflechtungen von Medizin und Literatur

Als ich gebeten wurde, an dieser Festschrift mit einem Beitrag aus dem Feld der Wechselbeziehungen zwischen Medizin und Literatur teilzunehmen, wurde ich mir erneut dessen bewußt, daß ich mich angesichts der Grenzenlosigkeit des Themas hier auf ein paar Beobachtungen beschränken muß, die zeitlich nicht wesentlich über die Antike hinausreichen und die die eine oder die andere der zahllosen Facetten streifen, die zu diesem Bereich gehören. Das alles will weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf philologische Wissenschaftlichkeit erheben, sondern nur als ein Zeichen der Freundschaft gelten, die mich mit dem hier gefeierten Jubilar verbindet.

Denn zu Medizin und Literatur läßt sich deshalb soviel sagen, weil der Mensch, da er sterblich ist, sich seit Urzeiten mit Krankheit und Tod auseinandersetzt – das Thema den Arzt also in besonderer Weise angeht.

Von Verletzungen abgesehen, wurde Krankheit am Anfang entweder als ein Ungleichgewicht von Kräften der Natur verstanden oder als Werk von bösen Geistern oder verletzten Gottheiten. Die Grenzen zwischen Diagnose und Magie, zwischen Ritus und Therapie waren ursprünglich sehr verschwommen. Man denke an den Schamanismus, der ja auch als eine Urform der Medizin betrachtet werden kann. Zu den Aufgaben des Schamanen gehörte neben anderem auch die Heilung von Krankheiten, aber er unterschied nicht zwischen körperlichen, psychischen und geistigen Formen der pathologischen Phänomene. Der Schamane übte eine eigenartige Form von Therapie aus: mit Hilfe von verschiedenen Musikinstrumenten,...

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