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Philologia sanat

Studien für Hans-Albrecht Koch zum 70. Geburtstag

Gabriella Rovagnati and Peter Sprengel

Medizin und Literatur stehen in einem so wechselvollen wie spannenden Dialog, der in zahlreichen Studien des dem Philologen und Bibliothekar Hans-Albrecht Koch gewidmeten Bandes beleuchtet wird – von der altgriechischen Komödie über das Volksbuch von Till Eulenspiegel zur Volksmedizin und Erfahrungsseelenkunde der Aufklärung und weiter über Klassik und Romantik bis hin zu Autoren und Diskursen des 20./21. Jahrhunderts. Andere Essays umspielen den roten Faden mit Seitenblicken auf Fellinis Antike-Rezeption, mittelalterliche Buchkunst und Sakralskulptur, Beethovens «Fidelio», Chamissos Langzeitwirkung und einen vergessenen Züricher Zeichner. Die Linie setzt sich fort mit neuem Material zum «Netzwerker» Rudolf Alexander Schröder und Einblicken in die aktuelle Architektur und Hochschulpolitik.

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Das Gundold-Evangeliar in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart. Bemerkungen zu einem Kölner Prachtcodex des 10./11. Jahrhunderts (Klaus Gereon Beuckers)

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Klaus Gereon Beuckers

Das Gundold-Evangeliar in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart. Bemerkungen zu einem Kölner Prachtcodex des 10./11. Jahrhunderts

Fragen mittelalterlicher Bestimmung, Provenienz, Funktion und Geschichte von Handschriften treten in der Forschung immer noch deutlich gegenüber Fragen nach Herstellungsorten, Händezuweisungen und der bildlichen sowie ornamentalen Ausgestaltung zurück.1 Für viele Einzelhandschriften, die nicht über Bibliothekskonvolute von Klöstern, Domkirchen oder vergleichbaren Instituten, sondern durch frühe Sammlungen und Handel in die heutigen Bibliotheken gelangt sind, ist die mittelalterliche Provenienz unbekannt, bei vielen ist die Frage danach noch nicht einmal explizit gestellt worden. Dabei dürften im Früh- und Hochmittelalter die meisten Codices dezidiert für einen bestimmten Ort und damit auch eine spezifische Nutzung angefertigt worden sein. Hierauf zugeschnitten war ihre Ausstattung und Ausgestaltung. Mehr noch als für das Gros mittelalterlicher Handschriften, die Bibliotheks- und Gebrauchscodices, gilt dies für die ambitionierten Prachtcodices, hinter deren Entstehung in aller Regel ein konkreter Anlass und eine feste Bestim ← 41 | 42 → mung gestanden haben dürften. Eine Vorproduktion ‚auf Halde‘ kann für die Prachthandschriften allein schon aufgrund ihres materiellen Aufwandes nahezu ausgeschlossen werden.

Die Provenienzforschung und damit auch die Forschung zu spezifischen Nutzungskontexten wird durch die leichte Transportfähigkeit von Handschriften erschwert, die nicht selten schon im Mittelalter von einem Ort zum anderen übertragen wurden. Die temporäre (und dann gelegentlich dauerhaft gewordene) Ausleihe für Abschriften und Kopien ist gut belegt, aber auch der schon im Hochmittelalter geläufige...

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