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Philologia sanat

Studien für Hans-Albrecht Koch zum 70. Geburtstag

Edited By Gabriella Rovagnati and Peter Sprengel

Medizin und Literatur stehen in einem so wechselvollen wie spannenden Dialog, der in zahlreichen Studien des dem Philologen und Bibliothekar Hans-Albrecht Koch gewidmeten Bandes beleuchtet wird – von der altgriechischen Komödie über das Volksbuch von Till Eulenspiegel zur Volksmedizin und Erfahrungsseelenkunde der Aufklärung und weiter über Klassik und Romantik bis hin zu Autoren und Diskursen des 20./21. Jahrhunderts. Andere Essays umspielen den roten Faden mit Seitenblicken auf Fellinis Antike-Rezeption, mittelalterliche Buchkunst und Sakralskulptur, Beethovens «Fidelio», Chamissos Langzeitwirkung und einen vergessenen Züricher Zeichner. Die Linie setzt sich fort mit neuem Material zum «Netzwerker» Rudolf Alexander Schröder und Einblicken in die aktuelle Architektur und Hochschulpolitik.

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„Nur deinen Trost! Und etwas Luft! Du hast der Luft so viel.“ Matthias Claudius und die Ärzte (Geeske Göhler-Marks)

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Geeske Göhler-Marks

„Nur deinen Trost! Und etwas Luft! Du hast der Luft so viel.“ Matthias Claudius und die Ärzte

Hinz und Kunz

Das Epigramm „Hinz und Kunz“ wurde 1774 von Matthias Claudius in den „Gelehrten Sachen“ des „Wandsbecker Bothen“ No. 35 veröffentlicht und ebenfalls in den ersten / zweiten Teil seiner Sämmtlichen Werke aufgenommen. Als Redakteur der Zeitung war Claudius gleichermaßen für den politischen und gelehrten Teil verantwortlich. Für den ersteren konnte er sich weitgehend auf die Meldungen der Korrespondenten stützen. Was aber den letzteren angeht, der ihm besonders am Herzen lag, war es sein Bestreben, ihm etwas ganz Neues und Eigenes zu verleihen.2 Claudius ersann mehrere fiktive Erzählerfiguren, unter ihnen den einfachen Boten – ab 1774 trägt dieser den Namen Asmus –, seinen gelehrten Vetter als Gegenfigur, der nicht mit dem alten Schulfreund und Vetter Andres zu verwechseln ist, sowie den Schulmeister Ahrens.

Auch „Hinz und Kunz“ reihen sich mit ihren kurzen Zwiegesprächen als „tiefsinniges Narrenpaar“3 in diese Figurenkonstellation ein. Der dialogische Charakter zählt zu den eigentümlichsten Merkmalen von Claudius’ literarischem Schaffen. Nicht nur die fingierten Briefe oder Epigramme sind hierfür ← 159 | 160 → bezeichnend, auch in den Rezensionen und Abhandlungen wird das dialogische Prinzip immer wieder aufgegriffen und bewirkt eine besondere Form der Poetisierung. Die dichterische Anverwandlung von wissenschaftlichen, theologischen, philosophischen und auch ästhetischen Problemen wird zusätzlich durch den charakteristischen Ausdruck der Botenfigur erzielt. Elision und Apokope z...

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