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Philologia sanat

Studien für Hans-Albrecht Koch zum 70. Geburtstag

Edited By Gabriella Rovagnati and Peter Sprengel

Medizin und Literatur stehen in einem so wechselvollen wie spannenden Dialog, der in zahlreichen Studien des dem Philologen und Bibliothekar Hans-Albrecht Koch gewidmeten Bandes beleuchtet wird – von der altgriechischen Komödie über das Volksbuch von Till Eulenspiegel zur Volksmedizin und Erfahrungsseelenkunde der Aufklärung und weiter über Klassik und Romantik bis hin zu Autoren und Diskursen des 20./21. Jahrhunderts. Andere Essays umspielen den roten Faden mit Seitenblicken auf Fellinis Antike-Rezeption, mittelalterliche Buchkunst und Sakralskulptur, Beethovens «Fidelio», Chamissos Langzeitwirkung und einen vergessenen Züricher Zeichner. Die Linie setzt sich fort mit neuem Material zum «Netzwerker» Rudolf Alexander Schröder und Einblicken in die aktuelle Architektur und Hochschulpolitik.

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Vom aufgeklärten Welt-Begreifen zur idealistisch-erhofften Welt-Bewältigung. Die Libretto-Fassungen zu Beethovens Fidelio (Herbert Zeman)

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Herbert Zeman

Vom aufgeklärten Welt-Begreifen zur idealistisch-erhofften Welt-Bewältigung. Die Libretto-Fassungen zu Beethovens Fidelio

Lieber Herr Koch!

Im Jahr 1974 veröffentlichten Sie den Satz:

Gesprochene Dialoge, eingelegte Lieder und zumindest semiseria-artige, wenn nicht buffo-artige Elemente weisen im Formalen auch die drei Fassungen des „Fidelio“ (1805/14) […] dem Singspiel zu.1

Das war eine Feststellung, die eine Weiterführung des Gedankens herausforderte: Wie legitimierten sich die singspielartigen Elemente und wie bzw. warum wurden sie von der ersten bis zur letzten Textfassung zwar drastisch reduziert, behaupteten aber schließlich doch noch eine gewisse Bedeutung und Funktion? Das waren Fragen, die ich – damals schon mit den Beziehungen von Wort und Ton bei Haydn, Mozart, Schubert und (mit Ausnahme des Fidelio) bei Beethoven beschäftigt – sogleich beantworten wollte. Es kam nicht dazu; andere Geschäfte führten weg vom Thema. Zwar blieb eine Auseinandersetzung mit den Texten von Beethovens Vokalmusik meiner Feder nahe2 und auch im universitären Seminarbetrieb aktuell, sodass aus diesem Horizont die Arbeit einer meiner seinerzeitigen Schülerinnen hervorging3, aber die vor mehr als vierzig Jahren zuerst ← 313 | 314 → aufgestiegenen Fragen, sollen erst heute – schicksalhaft verzögert – wiewohl bloß fragmentarisch, jedoch verbunden mit herzlichen Geburtstagsglückwünschen Ihre Adresse, lieber Herr Koch, erreichen.

Zugleich sollen die folgenden Darlegungen wenigstens in Ansätzen bezeugen, dass die Textqualität der Libretti von allem Anfang an wichtige künstlerische Gestaltungsmerkmale aufweist. Die Textbuchautoren von 1805 und 1806 schufen eine in vielem bereits...

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