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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Zur kommunikativen Konstruktion sozialer Beziehungen in SMS-Interaktionen: kontrastive Analysen chinesischer und deutscher Anredepraktiken

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1.       Einleitung

Dieser Beitrag widmet sich Aspekten der kommunikativen Konstruktion sozialer Beziehungen in der SMS-Interaktion. Das der Wissens- und Sprachsoziologie entstammende Konzept der „Kommunikativen Konstruktion“ stellt eine zentrale Verknüpfung zwischen empirischen, soziolinguistischen und interaktional ausgerichteten Studien und soziologischen Theorien zur kommunikativen Herstellung, Bestätigung und Modifikation sozialer Wirklichkeiten her: Soziale Beziehungen sind demzufolge nicht einfach gegeben, sondern sie werden in situierten Kontexten zwischenmenschlicher Interaktion hergestellt, bestätigt und modifiziert. Sie sind Ergebnisse kommunikativen Handelns. Sprachliche Kommunikation stellt nicht nur den zentralen Ort der Konstruktion, Bestätigung und Modifikation sozialer Beziehungen dar, sondern sie repräsentiert zugleich die empirisch beobachtbare Seite (cf. Keller et al. 2012: 13). Aus sprach- und kulturvergleichender Perspektive werden wir der Frage nachgehen, wie in chinesischen und deutschen SMS-Dialogen Anredeformen zur Konstitution sozialer Beziehungen aktualisiert werden. Sprache und Kultur werden hierbei nicht etwa als zwei voneinander getrennte, homogene Entitäten betrachtet; vielmehr gilt Kultur als genuines Moment jeder sprachlichen Äußerung bzw. menschlicher Interaktion (cf. e.g. Günthner 2010). Anredepraktiken, die sowohl als sprachliche Ressource zur Kontaktaufnahme, Identifizierung und Eröffnung einer Interaktion dienen, wie auch als zentrale Praktiken der sozialen Positionierung (cf. Kretzenbacher 2010: 2) und Beziehungsgestaltung der GesprächsteilnehmerInnen (cf. Adamzik 1984: 68), sind für kontrastive Analysen sprachlicher Praktiken deshalb ergiebig, da sie einerseits universellen Charakter haben, zugleich aber das Repertoire und die Ausprägungen der Anredepraktiken kulturell stark variieren (cf. Günthner/Zhu 2015; i. Dr.).

Unsere Analyse basiert auf (i) einem chinesischen Datenkorpus, das 1072 SMS-Interaktionen...

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