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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

Series:

Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Rekonstruieren – involvieren – solidarisieren. Multimodale Praktiken der Beziehungsgestaltung

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Ilham Huynh (Siegen, Deutschland)

Rekonstruieren – involvieren – solidarisieren. Multimodale Praktiken der Beziehungsgestaltung

Erzählungen wurden lange Zeit als monologische Gattung betrachtet. Dies wird dann in Frage gestellt, wenn Alltagserzählungen in der Interaktion zum Gegenstand neuerer empirischer Betrachtungen werden. „Zwar werden häufig Erzählungen als monologisierende Formen mündlicher Interaktion bezeichnet, aber auch die Rezipient/innen erfüllen spezifische Aufgaben“ (Kern 2011: 237). Aufgrund der interaktiven Konstitution des Erzählens werden dem Rezipienten1 einer Erzählung unterschiedliche kommunikative Aufgaben zuteil. Im vorliegenden Artikel werden die Aufgaben fokussiert, die der Beziehungsgestaltung zwischen Sprecher und Hörer dienen.

Eine der Hauptfunktionen von Erzählungen ist die Herstellung sozialer Zugehörigkeit (engl. affiliation) und die Solidarisierung zwischen den Interaktanten. Dies geschieht u. a. durch die Rekonstruktion vergangener Ereignisse und wird durch die Positionierung des Erzählers gegenüber dem Erzählten ausgedrückt. Durch das Erzählen kann eine Beziehung zum Rezipienten hergestellt werden, dem es dann seinerseits möglich ist, sich auf die kommunizierte Einstellung des Erzählers auszurichten (engl. alignment) und dabei seine Zugehörigkeit zu signalisieren (oder auch nicht).

Der Solidarisierungsprozess kann interaktiv durch kommunikative Strategien aller Gesprächsteilnehmer bewerkstelligt und reflexiv angezeigt werden. In der bisherigen Forschung wurden einige sprachlichen Verfahren herausgestellt, die der Erzähler zur Involvierung des Rezipienten in das erzählte Geschehen nutzt. Diese Techniken haben sich für die Beziehungsentwicklung und -gestaltung als zentral erwiesen, da sie beim Gegenüber emotionale Beteiligung erwirken können und damit eine...

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