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Online-Beratung im Gruppenchat für Jugendliche und junge Erwachsene

Zwischen Leichtigkeit und Tiefgang

Monika Vey

Virtuelle Beratungsräume statt personaler Begegnung? Vor allem für junge Menschen bietet die leichte Verfügbarkeit eine Chance, fachliche Hilfestellung wie qualifizierte psychologische Beratung ohne große Hürden zugänglich zu machen. Im Gruppenchat als hybrider Form kann sowohl Fachkompetenz wie auch Peer-Empowerment abgerufen werden. In der empirischen Analyse von Chattexten aus der Jugendberatung der bke beleuchtet die Autorin das Spannungsfeld zwischen scheinbar oberflächlichem Plaudern und ernsthafter Selbstreflexion und beschreibt die Auswirkungen einer Verschränkung dieser beiden scheinbar unvereinbaren Themenfelder. Sie diskutiert Chancen und Grenzen sowie typische Eigenheiten der medienbasierten Jugendberatung und Anregungen zur Qualifizierung für dieses Tätigkeitsfeld.

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I Beratung

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1 Einführung / Allgemeine Definition

Im allgemeinen Sprachverständnis versteht man unter „Beratung“ entweder ein strukturiertes Gespräch bzw. eine praktische Anleitung mit dem Ziel, ein Problem oder eine Aufgabe zu lösen bzw. auf dem Weg zur gesuchten Lösung weiterzukommen; meist im Sinne von „jemandem helfen; jemandem Ratschläge erteilen“. Bei Beratung wird darüber hinaus ein gewisses Hilfeersuchen bzw. zumindest die Bereitschaft des Ratsuchenden vorausgesetzt. „Beratungsbedarf“ lässt sich unter anderem aus der Fülle von Ratgeberbüchern in nahezu jedem Lebensbereich ablesen. So findet man unter dem Stichwort „Lebenshilfe“ eine Unzahl von sehr erfolgreichen Büchern z. B. zu Erziehungsfragen, monatelange Bestsellerplätze für Titel wie „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ und ähnliches.

Überwiegend wird um Rat bei Verwandten und Freunden nachgesucht, denen man sich mit der eigenen Ratlosigkeit oder Bitte um Unterstützung in schwierigen Lebens- oder Krisensituationen anvertraut. Idealerweise wird ebenso in diesem Kontext Beratung eher als „Hilfe zur Selbsthilfe“ verstanden, d. h. dass es mehr um die Förderung von eigenen Problemlösekompetenzen geht und weniger um das Erteilen von Ratschlägen, denn – wie es im Volksmund heißt – „auch Rat-schläge sind Schläge“.

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