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Literaturwissenschaftliche Aufbaujahre

Beiträge zur Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum – ein germanistikgeschichtliches Forschungsprojekt

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Edited By Carsten Zelle

Der Band ist ein Beitrag zur Germanistikgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Er rekonstruiert die Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der 1965 eröffneten Ruhr-Universität Bochum. Vorgestellt werden die ›Gründungsprofessoren‹ Ingrid Strohschneider-Kohrs – erste germanistische Lehrstuhlinhaberin der BRD –, Hans Joachim Schrimpf, Klaus Günther Just und Paul Gerhard Klussmann. Weitere Beiträge gelten der Bochumer Neugermanistik in der Studentenbewegung, ihrem Ausbau bis Mitte der 80er Jahre mit Komparatistik, Literaturdidaktik und Sozialgeschichte sowie prägenden Sammlungen und Institutionen. Verzeichnisse der Schriften, Lehrveranstaltungen und Doktoranden sowie maßstabsetzende Aufsätze der frühen Bochumer Neugermanisten werden dokumentiert.

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Zur Poetik der deutschen Romantik II: Die Romantische Ironie

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Vorbemerkung: Jaana Jaber und Milena Neugebauer

Der Aufsatz »Zur Poetik der deutschen Romantik II. Die Romantische Ironie« ist 1967 in dem Sammelband Die deutsche Romantik. Poetik, Formen und Motive erschienen. Die Literaturwissenschaftlerin Ingrid Strohschneider-Kohrs gilt als Expertin auf dem Gebiet der romantischen Ironie-Konzeption, und zwar aufgrund ihrer Münchener Habilitationsschrift Die romantische Ironie in Theorie und Gestaltung, die als ein bahnbrechendes Werk in der Romantikforschung angesehen wird. Ihre darin entfaltete Theorie der romantischen Ironie-Konzeption wird in diesem Aufsatz nochmals aufgegriffen und in einer komprimierten Weise dargestellt. In einschlägigen Publikationen, z. B. philosophischen und literaturwissenschaftlichen Handbuchartikeln zur Ironie wird Ingrid Strohschneider-Kohrs wegen diesen Forschungen noch heute große Expertise zugesprochen.

Die Autorin diskutiert in ihrem Aufsatz den romantischen Ironie-Begriff ausgehend von den Ironie-Konzeptionen der Romantiker Friedrich Schlegel und Johann Gottlieb Fichte. Mit einer historisierenden Methodik verortet sie den Ironie-Begriff als Gegenstand der Philosophie und versucht, die damit verbundenen philosophischen Implikationen zu interpretieren. Dabei sind ihre Ausführungen eingebettet in einen Rahmen, in dem sie sich gegen die damaligen Missverständnisse gegenüber der romantischen Kunstauffassung unter den » ›Gebildeten unter ihren Verächtern‹ « von Hegel und Kierkegaard bis zu Wladimir Weidlé oder Hans Sedlmayr wendet: Denn von ihnen »erfahren wir schwerlich den von den Romantikern gedachten Sinn des Begriffs.« (Originalpag., 76). Strohschneider-Kohrs definiert Ironie im Anschluss an Schlegels bekanntes »Ideen«-Fragment Nr. 71 von 1800 als »Bewusstsein der ewigen Agilität, des unendlich vollen Chaos«1, worin sie als eine besondere Bewusstseinsart, die←301 | 302...

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