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Chile in der Operation Cóndor 1973-1977

Staatsterrorismus in Südamerika

Lennart Bohl

Entführungen, Folter und grausame Morde. In den 1970er Jahren wurde die Operation Cóndor zum Inbegriff des Staatsterrorismus in Südamerika. Das Werk analysiert auf der Grundlage von Quellen aus chilenischen und amerikanischen Archiven Aufbau und Funktionsweisen des Geheimdienstnetzwerkes und untersucht die Rolle des chilenischen Diktators Augusto Pinochet, der den Mord am ehemaligen chilenischen Außenminister Orlando Letelier im Herzen der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. im September 1976 in Auftrag gab.

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9. Operation Cóndor, Transition und die schwere Bürde der Aufarbeitung

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9.  Operation Cóndor, Transition und die schwere Bürde der Aufarbeitung

After 17 years of dictatorship, Chile returned to democracy in 1990. However, the torturers and murderers of the military dictatorship could calmly live without having to fear prosecution due to an amnesty law. It took almost 15 years until high ranking officers of the Chilean army and intelligence service were convicted to long-term prison sentences. Pinochet himself never was convicted as he died in 2006 from a heart attack. Recently declassified US intelligence documents now proof that Augusto Pinochet personally ordered the assassination of Orlando Letelier in 1976.

Obwohl im Jahre 1978 Ecuador und Peru dem Cóndor-Netzwerk beitraten520 und dieses somit nochmals erweitert wurde, wogen die Konsequenzen des Letelier-Falles, die Auflösung der DINA und die Entmachtung Contreras’ schwer. Zudem änderten sich die außenpolitischen Prioritäten einiger Staaten. Im Jahre 1978 drohte ein Konflikt zwischen Argentinien und Chile um den Beagle-Kanal in Feuerland zu eskalieren. Argentinien hatte sogar bereits eine Invasion in Chile geplant. Es kam letztendlich erst nach umfassenden Vermittlungen des Papstes zu einer friedlichen Lösung.521 Darüber hinaus unterstützte Pinochet während des Falklandkriegs 1982 nicht etwa den alten Verbündeten Argentinien, sondern Großbritannien.522

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Cóndor-Aktionen Ende der siebziger Jahre immer seltener wurden und das Netzwerk nach und nach aufhörte zu funktionieren.

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