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Chile in der Operation Cóndor 1973-1977

Staatsterrorismus in Südamerika

Lennart Bohl

Entführungen, Folter und grausame Morde. In den 1970er Jahren wurde die Operation Cóndor zum Inbegriff des Staatsterrorismus in Südamerika. Das Werk analysiert auf der Grundlage von Quellen aus chilenischen und amerikanischen Archiven Aufbau und Funktionsweisen des Geheimdienstnetzwerkes und untersucht die Rolle des chilenischen Diktators Augusto Pinochet, der den Mord am ehemaligen chilenischen Außenminister Orlando Letelier im Herzen der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. im September 1976 in Auftrag gab.

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Vorwort

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von Rainer Hudemann

Die Auseinandersetzung mit den großen Diktaturen des 20. Jahrhunderts bleibt auch im 21. Jahrhundert eine Vergangenheit, die nicht vergeht, sondern in vielfältiger Hinsicht die politischen Kulturen der großen Demokratien weiter herausfordert. Einen auch für die Bundesrepublik noch 2016 immer von neuem aktuellen Fall stellen die lateinamerikanischen Diktaturen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar. Das gilt nicht nur für diese Diktaturen als solche. Die Vereinigten Staaten von Amerika beanspruchen in ihrer langen Tradition der 1823 formulierten Monroe-Doktrin seit nunmehr bald zwei Jahrhunderten gegenüber Europa einen vorherrschenden Einfluss in Südamerika.

Die lateinamerikanischen Diktaturen wurden auf einer Vielzahl von Ebenen seitens der USA gestützt. Deren direkte Beteiligung beispielsweise am gewaltsamen Sturz und Tod des gewählten Staatspräsidenten Salvador Allende 1973 ist bekannt. Auch die (west-) deutsche Politik und Wirtschaft gehörte nicht zu den Hauptgegnern der Diktatoren. Andererseits erlaubt es die weltweit eine Ausnahmestellung einnehmende aktive Informationspolitik der Vereinigten Staaten jetzt, den konkreten Konstellationen zeitnäher als in zahlreichen anderen und gleichfalls hoch kontroversen jüngeren Konflikten auf den Grund zu gehen. In diesem Sinne spiegeln Lennart Bohls eindrucksvolle Ergebnisse direkt oder indirekt zugleich Grenzen und Leistungen amerikanischer Außenpolitik im 21. Jahrhundert wider, obwohl diese nicht sein primärer Gegenstand ist.

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