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Das Lügenproblem bei Kant

Eine praktische Anwendung der Kantischen Ethik auf die Frage nach der moralischen Bedeutung von Falschaussagen

Yasutaka Akimoto

Dieses Buch prüft die allgemeine Forschungsmeinung, dass Kant ein Vertreter des absoluten Lügenverbots sei. Dabei verteidigt der Königsberger Philosoph aber ebenso den Standpunkt, dass die Moralität einer Handlung von der Maxime des Willens abhängt. Wenn Kant nun gleichzeitig behaupten würde, dass bestimmte Handlungen in jedem Fall verboten sind, würde er sich widersprechen. Indem das Buch die begriffliche Unterscheidung von «Lügen» als pflichtwidrige Falschaussagen und «Unwahrheiten» als nicht pflichtwidrige Falschaussagen trifft, bietet es für dieses Paradox der Kant-Forschung als erste Monografie zum Lügenproblem einen Lösungsansatz. So wird man mit Kant sogar sagen können: «Manchmal musst du die Unwahrheit sagen.»

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3. Kants klassische ethische Schriften

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3.  Kants klassische ethische Schriften

3.1  Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, 1785

Kant veröffentlicht im Jahre 1785 seine erste ethische Hauptschrift, die Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (GMS), in der seine ethische Theorie vollendet und erstmals verschriftlicht ist.

Bis heute ist sie ungeheuer bedeutend. Dieter Henrich schreibt 1975 in Die Deduktion des Sittengesetzes: Die GMS sei einer „der wichtigsten Texte der philosophischen Ethik“171 und Ernst Tugendhat bemerkt 1993 in Vorlesungen über Ethik: „Dieses Büchlein [= GMS] ist vielleicht das Großartigste, was in der Geschichte der Ethik geschrieben worden ist […].“172 In dieser Weise schätzen viele Kant-Forscher die GMS hoch ein.

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