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Chatbots

Eine linguistische Analyse

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Netaya Lotze

Die korpuslinguistische sowie konversationsanalytische Studie thematisiert die Mensch–Maschine-Interaktion mit Chatbots. Diese Dialogsysteme sind auch heute noch störungsanfällig und eine Kommunikation ist nur unter äußerst limitierten Bedingungen möglich. Welche Implikationen dies für das Interaktionsverhalten der UserInnen hat, untersucht die Autorin vor dem Hintergrund der Diskussion um künstliche Intelligenz. Chatbots sind im Web bereits weit verbreitet und ihr Dialog-Design dient als Vorbild für moderne Assistenzsysteme. Da in Zukunft künstliche Intelligenzen eine immer größere Rolle spielen werden, legt diese Auseinandersetzung im Hinblick auf interaktives Alignment und Computer-Talk einen Grundstein zur linguistischen Erforschung von Dialogsystemen.

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1. Artifizielle Dialogsysteme – Forschungsansätze und Entwicklungen

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1.  Artifizielle Dialogsysteme – Forschungsansätze und Entwicklungen

Während Weizenbaums (1966)9 berühmtes Chatbot-System ELIZA die Eingaben ihrer KlientInnen nur paraphrasieren und Rückfragen stellen konnte, haben sich Dialog-Systeme zur natürlichsprachlichen Interaktion seitdem weiterentwickelt und ausdifferenziert in zahlreiche bereichsspezifische Varianten. Eine Diversifizierung der Zielsetzungen führte zu unterschiedlichen Design-Überlegungen und damit zu einer umfangreichen Bandbreite von Systemarchitekturen. Dabei existieren momentan einfache Chatbots mit ganz basalen Funktionen zur Spracherkennung und Generierung (ALICE, Wallace 2004)10 neben ambitionierten crowd-sourcing-basierten Systemen (Cleverbot, Carpenter 2010)11, aufwendig animierten Embodied Conversational Agents (REA, Cassell 2004)12, auf statistischen Modellen basierende Assistenz-Systemen (Siri, Apple 2010)13 und hybriden künstlichen Intelligenzen, die unterschiedliche Architekturansätze miteinander verbinden (Watson, IBM, Ferrucci et al. 2010)14.

Im folgenden Kapitel sollen einige der unterschiedlichen Systemtypen mit ihren Architekturen und Dialog-Designs vorgestellt werden. Darüber hinaus soll geklärt werden, welche technischen Entwicklungen und soziokulturellen Tendenzen die Entwicklung einer anthropomorphen Schnittstelle begünstigt haben und welche sozialen Wirkungen die entsprechenden Technologien bei ihren UserInnen hervorrufen. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen zu definieren, vor deren Hintergrund jede linguistische Analyse von HCI-Dialogen stattfinden muss. Denn ohne ein genaues Verständnis für die zu Grunde liegenden Technologien und deren soziale Bedeutung, ist eine adäquate Beschreibung der HCI auf sprachlicher Ebene nicht möglich. ← 27 | 28 →

1.1  Die Assistenzmetapher zwischen menschenähnlicher KI und Usability

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