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Die Kunst des Dialogs

Gedenkschrift für Michael Fischer

Stephan Kirste, Hanna Maria Kreuzbauer, Ingeborg Schrems, Michaela Strasser and Silvia Traunwieser

Das Buch ist dem am 1. Juni 2014 verstorbenen Salzburger Rechts- und Sozialphilosophen Michael Fischer gewidmet. Die Beiträge würdigen die Person und Bedeutung Michael Fischers und bilden seine wichtigsten Interessensgebiete schwerpunktartig ab. Die Autorinnen und Autoren behandeln dabei ein breites Themenspektrum, das sich von Mozart-Opern über Humanität und Moral bis zu wirtschaftlichen, politischen und rechtsphilosophischen Fragen spannt.

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Plötzlich angesprochen! Überlegungen zum theatralen Dialog mit dem Publikum (Ortrud Gutjahr)

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Ortrud Gutjahr

Plötzlich angesprochen! Überlegungen zum theatralen Dialog mit dem Publikum

Die Bühnenkunst zeichnet sich durch eine unabdingbar dialogische Grundstruktur aus. Denn Theater, als spielerische Darstellung für Zuschauer verstanden, kann im eigentlichen Sinne erst vor und damit im direkten Kontakt mit dem Publikum realisiert werden. Ein theatrales Ereignis ist somit nicht nur durch die Aktionen auf der Bühne gegeben, sondern notwendig immer auch von Interaktionen zwischen Schauspielern und Zuschauern getragen. Zwischen den sprechenden, tanzenden, singenden Darstellern und dem mit Auge und Ohr gespannt auf die Bühne ausgerichteten Publikum findet über Darstellungs- und Rezeptionsenergien ein Dialog statt. Das szenische Spiel zwischen den dramatis personae springt in seiner emotionalen Besetzung auf die Betrachter über und versetzt sie in unterschiedliche Stimmungen. Damit reagieren die Zuschauer unmittelbar auf das Miterlebte, fühlen sich berührt oder zurückgestoßen und beginnen in einem inneren Gespräch, Fragen an sich und die Inszenierung zu stellen. Das Angesprochen-Sein weckt den Wunsch nach Austausch, verlangt danach, im Kreis mit anderen noch weiter erörtert und hinterfragt zu werden. Mit dieser konstitutiven Verwiesenheit der Bühnenkunst auf das Publikum und dem daraus erwachsenden Bedürfnis nach Diskussionen drängt sich im Gedenken an Michael Fischer, der für viele Jahre in Salzburg die Reihe „Festspiel-Dialoge“ leitete, die Frage auf, was unter dem theatralen Dialog zu verstehen ist, der durch eine Inszenierung angestoßen, innerlich aufgegriffen und in daraus folgenden Gesprächen fortgesetzt wird.

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