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Nostalgie / Nostalgia

Imaginierte Zeit-Räume in globalen Medienkulturen / Imagined Time-Spaces in Global Media Cultures

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Edited By Sabine Sielke

Nostalgie boomt – als kulturelles Phänomen wie als Forschungsgegenstand. Was aber ist und wie wirkt Nostalgie? Dieses Buch zeigt auf, wie Nostalgie die Zeit anzuhalten sucht und unsere Wahrnehmung steuert. Eng verknüpft mit dem Aufkommen neuer Medientechnologien und Prozessen des Konsums schaffen Nostalgie und Retro imaginierte Zeit-Räume, die Vergangenes neu erfinden und sich Zukünftigem öffnen.

Nostalgia booms – both as cultural phenomenon and as research object. Yet what is nostalgia, and how does it work? This book shows how nostalgia aims at arresting time and channels our perception. Inextricably entwined with the rise of new media technologies and processes of consumption, nostalgia and retro create imagined time-spaces which reinvent the past and face the future.

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Retro: Anmerkungen zur Theorie in Europa und zur Praxis in China (Hans-Georg Moeller)

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Hans-Georg Moeller

Retro: Anmerkungen zur Theorie in Europa und zur Praxis in China

Abstract: This short genealogy of “retro” traces the concept back to Jean Baudrillard’s book Simulacres et simulation (1981) and explains it in the context of a postmodernist and poststructuralist semiotics and philosophy, represented by Jacques Derrida, among others. In its second part, the essay discusses retro as a fashion phenomenon in contemporary China.

Zur Geburt des Retro aus dem Geiste von Strukturalismus und Poststrukturalismus

„Retro“ als ein theoretischer Begriff ist nicht mehr ganz jung. In seinem postmodernen Klassiker Simulacres et simulation aus dem Jahre 1981 hat Jean Baudrillard ihm ein eigenes Kapitel zugestanden, das mit: „Geschichte: Ein Retro-Szenario“ überschrieben ist. Hier befasst sich Baudrillard mit dem Retro-Phänomen im Zusammenhang von Geschichte, Politik und Film. Er beschreibt dabei die gesellschaftlich-kulturelle Gegenwart als eine, in der die Geschichte ihre politische Bedeutung verloren hat. Nach dem Tod Gottes sind im Anschluss an die beiden Weltkriege nun auch die politischen Ideologien bedeutungslos geworden. Dieser Bedeutungsverlust macht sich kulturell bemerkbar, was Baudrillard am Beispiel der Filmproduktion seiner Zeit beschreibt und analysiert. Seiner Ansicht nach demonstrieren erfolgreiche Filme der 1970er Jahre mit zeitgeschichtlichen Themen wie Chinatown, Three Days of the Condor oder All the President’s Men, dass historische Gegenstände gerade durch die Darstellung im Kino ihre reale Bedeutung verlieren und zur „Hyperealität“ werden. Jene Filme, so Baudrillard, wirken alle wie remakes von Filmen aus den 50er Jahren, ohne es zu sein. Dadurch...

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