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Nostalgie / Nostalgia

Imaginierte Zeit-Räume in globalen Medienkulturen / Imagined Time-Spaces in Global Media Cultures

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Edited By Sabine Sielke

Nostalgie boomt – als kulturelles Phänomen wie als Forschungsgegenstand. Was aber ist und wie wirkt Nostalgie? Dieses Buch zeigt auf, wie Nostalgie die Zeit anzuhalten sucht und unsere Wahrnehmung steuert. Eng verknüpft mit dem Aufkommen neuer Medientechnologien und Prozessen des Konsums schaffen Nostalgie und Retro imaginierte Zeit-Räume, die Vergangenes neu erfinden und sich Zukünftigem öffnen.

Nostalgia booms – both as cultural phenomenon and as research object. Yet what is nostalgia, and how does it work? This book shows how nostalgia aims at arresting time and channels our perception. Inextricably entwined with the rise of new media technologies and processes of consumption, nostalgia and retro create imagined time-spaces which reinvent the past and face the future.

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Überlegungen zum Verhältnis von Landschaft und Nostalgie (Winfried Schenk)

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Winfried Schenk

Überlegungen zum Verhältnis von Landschaft und Nostalgie

Abstract: This essay explores the concept of “Landschaft” (landscape), its semantic history and current usage in order to highlight how the long tradition of aestheticizing natural and rural spaces bespeaks a nostalgic longing for an idealized imaginary past that resists processes of modernization.

Der Anblick des Drachenfels versetzte den Protagonisten in Lord Byrons romantischer Verserzählung „Childe Harold’s Pilgrimage“ in eine melancholische Stimmung, denn die Landschaft erinnerte ihn an seine Geliebte daheim in England (31–32). Es ist jene nostalgische Affizierung, die das Mittelrheintal im frühen 19. Jahrhundert zur Pilgerstätte der Romantik werden ließ (vgl. Dix) und dazu beitrug, dass der preußische Oberpräsident der Rheinprovinz 1818 die vollständige Beseitigung der Kirche der 1803 säkularisierten Zisterzienserabtei Heisterbach unterband. Die stehengebliebene Ruine des Chores wurde nachfolgend eine der Ikonen der Rheinromantik, wovon zahlreiche Bilder im Siebengebirgsmuseum in Königswinter zeugen. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass es auch das Siebengebirge war, das 1836 als erste Landschaft in Deutschland mittels Ankaufs durch den preußischen Staat de facto unter Schutz gegen weiteren Steinabbau gestellt und 1922 als eine der ersten Landschaften in Deutschland auch offiziell als Naturschutzgebiet deklariert wurde (vgl. zusammenfassend Kremer).

Dabei lag diesem Schritt ein Landschaftsverständnis zugrunde, das noch weit entfernt von der heutigen, vornehmlich ökologisch geprägten Sicht auf solche Räume war. Vielmehr war er von der Idee eines ästhetischen (Heimat-)Schutzes motiviert,...

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