Show Less
Restricted access

Religion und Politik

Historische und aktuelle Konstellationen eines spannungsvollen Geflechts

Series:

Jörg Dierken and Dirk Evers

Religion und Politik bilden seit jeher ein spannungsvolles Geflecht wechselseitiger Begründungs- und Abgrenzungsprozesse. Die in diesem Band versammelten Autoren beleuchten historische und aktuelle Konstellationen dieser Prozesse durch die Verschränkung von systematischen und historischen Perspektiven. So reicht die Spannweite der Beiträge von der Frühzeit des Christentums über die Reformation bis hin zu Schelling, Schleiermacher, Troeltsch und Barth, während gleichzeitig aktuelle Debatten u.a. zur Theologie in der DDR, zur Bedeutung der Menschenrechte, zum Konzept der inneren Führung und zur Flüchtlingsdebatte kritisch nachgezeichnet werden.

Show Summary Details
Restricted access

Das Verhältnis von Staat und Religion: Überlegungen zu Schellings Würzburger System von 1804 und dessen rechtsphilosophischen Hintergründen

Extract

Ulrich Barth

Das Verhältnis von Staat und Religion

Überlegungen zu Schellings Würzburger System von 1804 und dessen rechtsphilosophischen Hintergründen

Abstract This study deals with Schelling’s understanding of law and politics from its beginnings to the fully formatted version found in Schelling’s philosophy of identity, which is characterized by the overcoming of enlightenment’s concept of natural law and its theory of contractualism. The most problematic aspect might lie in its melting of religion into the organological idea of the state.

Wenn Hegel sich in der Berliner Zeit einmal über seinen Jugendfreund Schelling äußerte, dieser habe „seine philosophische Ausbildung vor dem Publikum gemacht“, dann trifft diese zwar schnippische, aber gleichwohl treffende Bemerkung nicht nur auf dessen stetiges „Suchen nach einer neuen Form“ der Systemgrundlegung und Systemdarstellung zu, das Hegel vorzugsweise im Auge hatte,1 sondern auch auf den Gegenstand, dem wir uns im Folgenden zuwenden wollen, nämlich Schellings Staatsverständnis samt dessen Voraussetzungen und Implikationen. Für den hier darzustellenden Zeitraum,2 nämlich Schellings Entwicklung bis zum Jahre 1804, lassen sich mindestens drei3 höchst unterschiedliche Ansätze namhaft machen: Erstens die Stuttgarter Aphorismen zum Naturrecht vom Winter 1795/96,4 zweitens das 1800 erschienene Jenenser Transzendentalsystem5←83 | 84→ und drittens die nochmalige Neukonzeption der Sache auf dem Boden des 1801 errungenen Identitätssystems, das seinen staatstheoretischen Niederschlag zunächst in der Jenenser Methodenvorlesung6 und dann in besagtem Würzburger System7 fand. Man kann letzteres nicht verstehen, ohne jene...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.