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Geschichtsphilosophische Implikationen im historischen Roman des frühen 20. Jahrhunderts

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Ulrike Häfner

Diversen historischen Romanen des frühen 20. Jahrhunderts sind unterschiedliche Geschichtskonzepte inhärent, die sich mit den geschichtsphilosophischen Ideen seit der Spätaufklärung konstruktiv auseinandersetzen und diese produktiv weiterentwickeln. Die Autorin zeigt auf, wie die Texte gleichzeitig einen Rahmen für die politische oder soziale Ideologie oder den Kunstbegriff des jeweiligen Autors bilden. Sie geht so den neuen Schreibformen im Genre des historischen Romans nach, die durch die Orientierung an der Geschichtsphilosophie statt an der Geschichtswissenschaft entstanden sind. Auf Grundlage eines eigens entwickelten Kategorienmodells, das geschichtsphilosophische Konzepte von der Spätaufklärung bis zum Untersuchungszeitraum ordnet, umfasst die Untersuchung Texte von A. Döblin, L. Feuchtwanger, H. Mann, E. Mitterer, W. von Molo, A. Kuckhoff und I. Seidel.

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2. Kategorien geschichtsphilosophischer Konzepte

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2.  Kategorien geschichtsphilosophischer Konzepte

Die Aufgabe dieses Kapitels ist es, unterschiedliche geschichtsphilosophische Konzepte zu vergleichen und für die spätere literaturwissenschaftliche Analyse operationalisierbar zu machen. Das hier vorgestellte theoretische Raster orientiert sich insofern an der eben vorgestellten Forschungsliteratur, als dass es dort formulierte Ideen zum Teil aufgreift und weiterentwickelt. Außerdem war die vorgestellte Literatur auch maßgeblich für die Auswahl der hier zugrunde liegenden geschichtsphilosophischen Texte. Es wurden solche Texte ausgewählt, die innerhalb der Forschungsliteratur aufgrund ihrer innovativen Ideen als besonders relevant angesehen werden.55 In einem Vergleich dominanter geschichtsphilosophischer Primärtexte zwischen der Spätaufklärung und dem frühen 20. Jahrhundert habe ich für die vorliegende Studie zwölf Geschichtsphilosophien herangezogen. Dabei handelt es sich innerhalb der Spätaufklärung um Texte von Gotthold Ephraim Lessing, Johann Gottfried Herder und Immanuel Kant, innerhalb des Idealismus um Texte von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Schiller. Außerdem habe ich als Vertreter des historischen Materialismus Karl Marx und Walter Benjamin herangezogen. Als Repräsentanten moderner Geschichtsphilosophien ab dem späten 19. Jahrhundert untersuche ich Texte von Jacob Burckhardt, Friedrich Nietzsche, Theodor Lessing und Oswald Spengler. Daneben verweise ich auf solche Texte, die Ähnlichkeiten zu den von mir in die Untersuchung einbezogenen aufweisen, deren Behandlung hier aber keinen Mehrwert bringen würde. Die für die Studie ausgewählten Texte stellen kein vollständiges Abbild der Geschichtsphilosophien des genannten Zeitraums dar. Sie wurden ausgewählt, weil sie...

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