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Französisches Gewerbemietrecht

Modernisierungs- und «Pinel»-Gesetz – Die Reformen aus Sicht der Immobilienwirtschaft

Gabriele Bendixen

Während das deutsche Gewerbemietrecht in weiten Teilen vom Grundsatz der Vertragsfreiheit geprägt ist, entschied sich der französische Gesetzgeber im «statut des baux commerciaux» bereits 1953 für eine umfassende Regulierung. Mit dem Modernisierungsgesetz sowie dem «Pinel»-Gesetz betrachtet die Autorin die grundlegenden Reformen des französischen Gewerbemietrechts. Sie prüft, wie diese Neuansätze von der Immobilienbranche bewertet werden und untersucht, ob weiterer Reformbedarf besteht. Dies erfolgt durch die Befragung von Experten der Immobilienbranche und eine Gruppendiskussion mit ausgewählten Befragungsteilnehmern. Im Ergebnis ermittelt die Autorin weiteren Bedarf an Reformen und formuliert konkrete Reformvorschläge für das französische Gewerbemietrecht.

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1. Kapitel: Entstehungsgeschichte

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1. Kapitel: Entstehungsgeschichte

A. Entstehungsgeschichte des „statut des baux commerciaux“

I. Entwicklung des Einzelhandels

Der Einzelhandel in Frankreich war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts durch Krämerläden geprägt, die sog. „petit commerçant“. Die Händler waren zugleich Eigentümer ihres Einzelhandelsgeschäfts. Gewinne erzielten sie nicht über hohe Warenumsätze, sondern über hohe Preisspannen. Die Läden waren wenig ansprechend eingerichtet, Waren lieblos aufeinandergestapelt. Die Kundschaft kam ausschließlich aus der ganz nahen Umgebung.33

Dieses gemächliche Geschäftsleben des „petit commerçant“ änderte sich Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte wuchs, immer mehr Geschäfte begannen sich zu spezialisieren, die Immobilienpreise explodierten, neue Vertriebsformen entstanden.34 Zugleich führte die Bevölkerungsexplosion zu einem Anstieg der Nachfrage nach Geschäftsräumen und, besonders in den Städten, zu einem Anstieg der Mieten.35 Dies veranlasste viele Geschäftleute zur Spekulation in Immobilien.36

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